Windpark Aupketal spaltet Hochsauerland: Naturschutz vs. Energieprojekt im Streit
Philipp KrügerWindpark Aupketal spaltet Hochsauerland: Naturschutz vs. Energieprojekt im Streit
Zugangsweg zum Windpark Aupketal im Hochsauerland löst Streit aus – Naturschutzgebiet durch Bauarbeiten beeinträchtigt
Der neu angelegte Zufahrtsweg für den Windpark Aupketal im Hochsauerland sorgt für Kontroversen, nachdem er durch ein geschütztes Naturschutzgebiet führt. Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, durch die Baumaßnahmen Umweltschäden verursacht zu haben, während die Kreisverwaltung betont, dass alle Arbeiten den Vorschriften entsprochen hätten.
Die ausgebauten Trasse, die für den Transport von Windradkomponenten benötigt wird, verläuft durch ein FFH-Gebiet in der Nähe des Möhnesees – ein Lebensraum mit alten Baumbeständen, Bächen und Feuchtgebieten.
Aktuell entstehen auf einer ehemaligen Waldfläche nahe des Sees fünf Windkraftanlagen. Um große Bauteile wie Rotorblätter transportieren zu können, wurde ein bestehender Waldweg verbreitert und befestigt. Die Kreisverwaltung Hochsauerland räumte jedoch ein, dass es während der Bauarbeiten zu unerlaubten Verdichtungen des Bodens und einer übermäßigen Aufschüttung von Schotter gekommen sei.
Lokale Politiker der Sauerländer Bürgerliste (SBL) verurteilten das Projekt scharf. Gerd Stüttgen sprach von einem "Umweltfrevel", unabhängig von der grundsätzlichen Haltung zur Windenergie. Reinhard Loos kritisierte insbesondere den Einsatz kalkhaltigen Schotters, der das natürliche saure Bodenmilieu der Region gefährde. Beide hatten eine Ortsbegehung beantragt, doch der Umweltausschuss – in dem CDU, SPD und FDP die Mehrheit stellen – lehnte den Antrag ab.
Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer des Windparks Aupketal, gab zu, dass Bäume gefällt worden seien, versicherte jedoch, dass Ausgleichsmaßnahmen die Eingriffe kompensieren würden. Die Kreisverwaltung verteidigte den Weg und argumentierte, dass durch die bereits versiegelten Flächen des ursprünglichen Pfades keine zusätzlichen Schäden im Schutzgebiet entstanden seien.
Die ausgebauten Trasse dient nun als Hauptzufahrt für die Anlieferung der Windradteile. Bedenken wegen Bodenveränderungen und Habitatverlusten bestehen jedoch weiter. Weder die Zusicherungen der Behörde noch die Kompensationsversprechen des Betreibers haben bisher die Kritik lokaler Vertreter besänftigen können.






