19 March 2026, 14:05

Vonovia meldet Rekordgewinne – doch Mieter zahlen die Zeche für teure Wohnungen

Ein detaillierter architektonischer Entwurf eines historischen Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, der als erstes Haus in Deutschland gilt, begleitet von Bauplänen und Text auf Papier.

Vonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia meldet Rekordgewinne – doch Mieter zahlen die Zeche für teure Wohnungen

Vonovia, Deutschlands größter Vermieter, verzeichnet starke Finanzzahlen für 2025

Das Unternehmen meldet einen deutlichen Anstieg der Erträge, angetrieben durch höhere Mieten, Immobilienverkäufe und Zusatzdienstleistungen. Gleichzeitig kritisieren Mieterverbände die aus ihrer Sicht überzogenen Mietsteigerungen.

Vonovia besitzt mittlerweile rund 531.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich mit einem Gesamtportfolio im Wert von 84,4 Milliarden Euro. Dieses Wachstum ist das Ergebnis jahrelanger Expansion, darunter die Übernahme der Deutschen Wohnen im Jahr 2021, durch die etwa 112.000 Berliner Wohnungen zum Bestand hinzukamen. Bis 2025 war der Bestand auf rund 570.000 Wohneinheiten angewachsen – damit ist Vonovia Europas größtes Wohnimmobilienunternehmen.

Die durchschnittlichen Mieten stiegen 2025 auf 8,38 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein in Deutschland lagen die Mieten bei 8,19 Euro pro Quadratmeter, fast 4 Prozent höher als noch 2024. In begehrten Großstädten wie Berlin, München und Hamburg wurden zwischen 2022 und 2025 jährliche Mieterhöhungen von 5 bis 8 Prozent verzeichnet. Diese Anpassungen folgten Modernisierungsmaßnahmen und der Angleichung an lokale Mietspiegel, insbesondere nach der Abschaffung des Berliner Mietendeckels.

Finanziell verbuchte Vonovia ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von 2,8 Milliarden Euro – ein Anstieg um 6,0 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 5,3 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Die Aktionäre erhalten eine höhere Dividende von 1,25 Euro pro Aktie, drei Cent mehr als im Vorjahr.

Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine Bauvorhaben voran: Aktuell entstehen 4.200 neue Wohnungen, langfristig sollen auf eigenen Grundstücken über 65.000 weitere gebaut werden. Um die Schulden schneller abzubauen, verkaufte Vonovia 2025 insgesamt 2.333 Wohnungen und plant, jährlich zwischen 3.000 und 3.500 Einheiten zu veräußern.

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Kritik kommt vom Deutschen Mieterbund, der Vonovia "drastische Mietsteigerungen" vorwirft. Die Organisation fordert strengere Mieterschutzregelungen, um künftige Erhöhungen zu begrenzen.

Mit der Strategie aus Mietanpassungen, Immobilienverkäufen und Neubauprojekten hat Vonovia seine Finanzkennzahlen deutlich verbessert. Das Unternehmen will seine Schulden weiter reduzieren und gleichzeitig den Wohnungsbestand ausbauen. Für Mieter bedeutet dies jedoch steigende Belastungen, da die Mieten in den wichtigsten Ballungsräumen weiterhin klettern.

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