Essen wird zur inklusiven Sportstadt – doch die Umsetzung steht noch aus
Philipp KrügerEssen wird zur inklusiven Sportstadt – doch die Umsetzung steht noch aus
Essen hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Stadt des Sports für ALLE Menschen gemacht: Der Stadtrat hat am 25. März 2026 den Integrierten Sportentwicklungsplan (ISEP) verabschiedet. Der Abschlussbericht skizziert eine langfristige Strategie, um Bewegung und Sport in der gesamten Stadt zu fördern. Über viereinhalb Jahre hinweg erarbeitet, verknüpft der Plan Sport mit Stadtplanung, Schulen und Gemeinschaftsräumen, um körperliche Aktivität für alle Einwohner – unabhängig von ihrer Herkunft – zugänglicher zu machen.
Der ISEP wurde im September 2021 in Auftrag gegeben. Seine Entstehung basierte auf einer engen Zusammenarbeit mit städtischen Ämtern, lokalen Sportvereinen und Bürgerinitiativen, die in partizipativen Workshops und Diskussionsrunden eingebunden wurden. Der Prozess gliederte sich in vier zentrale Phasen: die Analyse der bestehenden Sportlandschaft, die Bewertung laufender Programme, die Erarbeitung von Empfehlungen sowie die Optimierung von Infrastruktur und Steuerungsstrukturen.
Ziel des Plans ist es, Sport fest im Alltagsleben Essens zu verankern. Statt ihn als isolierte Aktivität zu betrachten, wird er mit städtischer Entwicklung, öffentlichen Räumen und der Jugendarbeit verknüpft. Im Rahmen des Prozesses wurden Pilotprojekte wie die Initiative Schillerwiese erprobt, wobei jedoch unklar bleibt, welche konkreten Ergebnisse sie erzielte oder wie viele Vereine sich beteiligten.
Obwohl der Abschlussbericht einen strategischen Rahmen vorgibt, leitet er noch keine unmittelbaren Maßnahmen ein. Die Sport- und Bäder Essen GmbH (SBE) wird nun die Empfehlungen prüfen und konkrete Umsetzungsschritte vorschlagen. Jede einzelne Maßnahme muss anschließend separat von den zuständigen Ausschüssen und dem Stadtrat geprüft und freigegeben werden, bevor sie in die Tat umgesetzt werden kann.
Der ISEP bietet Essen eine Roadmap, um die Sportbeteiligung in den kommenden Jahren auszubauen und die Infrastruktur zu verbessern. Die nächste Phase hängt von politischen Entscheidungen und der Bereitstellung von Mitteln ab, um die Ziele des Plans in die Realität umzusetzen. Bis dahin dient der Bericht als Grundlage für künftige Diskussionen darüber, wie die Stadt aktiver und inklusiver gestaltet werden kann.






