05 May 2026, 12:04

Duisburgs Autobahn-Streit: Tunnel oder Lärmschutzwälle – wer setzt sich durch?

Ein Auto fährt auf der Straße mit einer Person zu Fuß auf dem Gehweg rechts und einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Schild, auf dem "Wir sind der Widerstand" steht.

Duisburgs Autobahn-Streit: Tunnel oder Lärmschutzwälle – wer setzt sich durch?

In Duisburg ist ein erbitterter Streit über die Pläne zum Ausbau eines 6,7 Kilometer langen Autobahnabschnitts entbrannt. Während die Stadt auf einen Tunnel unter der Erde pocht, beharren die Bundesbehörden auf den Bau von Lärmschutzwällen in Hochlage. Anwohner im Stadtteil Meiderich fürchten, dass das Projekt sie mit kaum Sonnenlicht und einer Autobahn nur wenige Meter von ihren Häusern entfernt zurücklassen wird.

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Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, nachdem die Autobahn GmbH den Tunnelvorschlag der Stadt abgelehnt hatte. Die Behörde verwies auf eine Kostenexplosion von 2,3 Milliarden Euro und eine deutlich längere Bauzeit. Zudem berief sie sich auf eine Machbarkeitsstudie, laut der gefährliche Güter und Schwerlasttransporte nicht sicher durch einen Tunnel geführt werden könnten.

Bürgermeister Sören Link wies diese Bedenken als unbegründet zurück. Er argumentierte, der Tunnel sei eine sicherere und praktikablere Lösung. Gleichzeitig warnte er, dass die geplanten Lärmschutzwälle – teilweise bis zu zwölf Meter hoch – das Sonnenlicht für die Anwohner blockieren und die Tageslichtphase auf nur wenige Stunden pro Tag reduzieren könnten.

In Meiderich mehren sich die Proteste, da die Bewohner einen 46 Meter breiten Autobahnkorridor befürchten, der ihr Viertel zerschneiden wird. Trotz des Widerstands haben die Bundesbehörden signalisiert, dass sie wie geplant vorgehen werden. Diese Haltung könnte rechtliche Schritte der Stadt zur Folge haben.

Unterdessen haben die Bauarbeiten an der maroden A59-Brücke bereits begonnen – markiert durch eine symbolische Grundsteinlegung.

Der Autobahnausbau bleibt zwar auf Kurs, doch der Widerstand zeigt keine Anzeichen von Nachlassen. Sollte die Stadt ihre juristischen Drohungen wahr machen, könnte das Projekt weitere Verzögerungen erfahren. Bis dahin fordern die Anwohner weiterhin einen Tunnel statt der gewaltigen Wälle, die ihr Viertel für immer verändern würden.

Quelle