Bielefelds neues Jugendgerichtszentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Jonas SchmittBielefelds neues Jugendgerichtszentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Bielefeld eröffnet erstes Jugendgerichtszentrum – achte Einrichtung dieser Art in NRW
In Bielefeld hat das erste Jugendgerichtszentrum des Landes seine Türen geöffnet und ist damit die achte Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Das Zentrum, das in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, soll jungen Straftätern helfen, die Gesetze und die Konsequenzen ihres Handelns zu verstehen. Unter einem Dach arbeiten Behörden eng zusammen, um gezielte Unterstützung und präventive Maßnahmen anzubieten.
Das Konzept der Jugendgerichtszentren entstand 2009 in Köln, gefolgt von Paderborn im Jahr 2012. Die Einrichtung in Paderborn betreut mittlerweile jährlich rund 50 junge Menschen. In Bielefeld werden nun Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendhilfe gemeinsam an Fällen arbeiten und regelmäßige Abstimmungsgespräche führen.
Statt eines pauschalen Ansatzes werden die Jugendlichen individuell begutachtet, um maßgeschneiderte Förderprogramme zu entwickeln. Dazu gehören intensive Betreuung durch feste Ansprechpartner sowie spezialisierte Hilfsangebote. Ziel ist es, frühzeitig einzugreifen, damit junge Menschen rechtliche Grenzen erkennen, bevor sich problematisches Verhalten verfestigt.
Ein neuntes Zentrum ist bereits in Duisburg geplant, um das Modell in der Region weiter auszubauen. Bisher gibt es jedoch keine offiziellen Daten dazu, wie viele Jugendliche durch diese Programme von Straftaten abgehalten oder erfolgreich resozialisiert wurden.
Das Bielefelder Zentrum ergänzt ein wachsendes Netzwerk von Jugendgerichtszentren in NRW. Durch die Verknüpfung von rechtlicher Aufsicht mit sozialer Unterstützung soll die Rückfallquote bei jungen Straftätern gesenkt werden. Langfristig hängt der Erfolg von der kontinuierlichen Zusammenarbeit der Behörden und der Wirksamkeit der Einzelbetreuung ab.






