Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Bierkrüge aus
Lukas HartmannWenn's grün ist, hoppeln - Sonder-Motive an Ampeln auf dem Vormarsch - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Bierkrüge aus
Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole ersetzt. Die verspielte Aktion soll den regionalen Stolz feiern – die Motive reichen von berühmten Kunstwerken bis zu beliebten kulinarischen Ikonen. Die Behörden bleiben jedoch vorsichtig, wenn es darum geht, Kreativität und Verkehrssicherheit in Einklang zu bringen.
Nürnberg machte den Anfang und installierte im Februar 2026 eine Ampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen". Die Stadt holte keine externe Genehmigung ein und begründete dies damit, dass Kommunen ihre Verkehrssysteme selbst verwalten. Oberbürgermeister Marcus König erklärte später, die thematischen Signale hätten zu keinen Unfällen geführt und unterlägen denselben Haftungsregeln wie Standardampeln.
Die Augsburger "Kasperl"-Ampel, inspiriert von einer traditionellen Puppenfigur, erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Sicherheitsbedenken verzögerten zunächst die Freigabe, doch schließlich erlaubten die Behörden das Design. Das "Wärschtlamo" in Hof – ein Symbol für den lokalen Bratwurstverkäufer – wurde zunächst abgelehnt, später aber doch genehmigt, nachdem die SPD-Stadtratsfraktion die 3.000 Euro teure Installation finanzierte.
Andere Städte zogen nach. München führte 2025 im Stadtteil Lehel Motive des "Pumuckl" ein, Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft, und Straubing eine lokale Bierkrug-Ampel. Auch Dachau setzte auf ein thematisches Design – die Reaktion der Bewohner fiel durchweg positiv aus. Die Kosten pro Installation variieren je nach Aufwand zwischen 300 und 3.000 Euro.
Das bayerische Innenministerium äußerte Vorbehalte und warnte davor, Ampeln für kulturelle oder politische Botschaften zu nutzen. Zwar gestalten die Kommunen ihre Signale selbst, doch müssen die Regionalregierungen sicherstellen, dass sie den bundesweiten Sicherheitsvorschriften entsprechen. Bisher gibt es jedoch keine offiziellen Richtlinien für solche Sonderdesigns.
Der Trend spiegelt den wachsenden Wunsch wider, lokale Identität mit alltagsnaher Infrastruktur zu verbinden. Städte wie Nürnberg, München und Hof haben ihre Entwürfe erfolgreich umgesetzt, auch wenn die Genehmigungsverfahren unterschiedlich ablaufen. Bisher bleiben die Ampeln in Betrieb – ohne gemeldete Sicherheitsprobleme –, doch die Behörden behalten ihre Nutzung weiter im Blick.






