Willichs Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Willich treibt ein neues Wohnprojekt auf einem 2,9 Hektar großen Gelände namens Moltkedorf voran. Die Stadt braucht dringend mehr Wohnraum, doch der Plan stößt bei Anwohnern auf heftigen Widerstand. Über 150 Menschen haben eine gemeinsame Erklärung gegen die aktuelle Planung unterzeichnet – mit Verweis auf Bedenken zu Verkehr, Grünflächen und Bebauungsdichte.
Ursprünglich sollte das Areal als offener Erholungsraum genutzt werden. Nun soll dort bis Jahresende eine Wohnsiedlung mit 200 Wohneinheiten entstehen, nachdem die Unterkunft für Geflüchtete im Moltkedorf geschlossen wurde.
Der erste Entwurf der Stadt sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienwohnungen vor. Diese sollen in einer Hof-bebauung angeordnet werden, mit Zugang über die Moltkestraße und ein einseitig geführtes Ringsystem für den Verkehr. Auch Stellplätze und Garagen sind vorgesehen.
Die Anwohner kritisieren jedoch, dass das Projekt zu groß dimensioniert sei. Viergeschossige Gebäude würden direkt an Kleingärten grenzen, die Sicht versperren und ein Gefühl der Enge erzeugen. Viele fürchten den Verlust eines Grünstreifens, der derzeit als Lebensraum für Tiere dient. Zudem warnen sie, dass weniger öffentliche Grünflächen das lokale Mikroklima verschlechtern, die Regenwasseraufnahme verringern und die Artenvielfalt gefährden könnten.
Ein weiteres zentrales Thema ist der Verkehr. Die Bewohner befürchten mehr Staus, Parkplatzmangel und Probleme für Rettungsfahrzeuge. Sie fordern eine bessere Infrastruktur, darunter ausgebaute Straßen und einen besseren ÖPNV-Anschluss.
Als Alternative haben die Anwohner eigene Vorschläge eingereicht: Sie plädieren für eine Reduzierung auf nur 50 Wohneinheiten, einen Fokus auf bezahlbaren Wohnraum und den Erhalt weiterer Grünflächen. In ihrer von 156 Personen unterzeichneten Stellungnahme verlangen sie eine Überarbeitung des aktuellen Plans, um diese Punkte zu berücksichtigen.
Nun steht die Stadt vor der Entscheidung: Soll das ursprüngliche Vorhaben mit 200 Wohnungen umgesetzt werden – oder wird der Plan an die Forderungen der Bürger angepasst? Das Ergebnis wird nicht nur die Zukunft des Moltkedorf prägen, sondern auch Willichs Umgang mit der Balance zwischen Wohnraumbedarf, Umweltschutz und Bürgerinteressen. Eine endgültige Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet.






