Wie Sexpuppen vom Tabu zur gesellschaftlichen Normalisierung wurden
Lukas HartmannWie Sexpuppen vom Tabu zur gesellschaftlichen Normalisierung wurden
Die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener beschäftigt sich seit Jahrzehnten damit, wie die Gesellschaft Sexpuppen wahrnimmt und welche sich wandelnde Rolle sie im modernen Leben einnehmen. Die emeritierte Professorin der Universität Siegen, die zwischen Berlin und Kopenhagen lebt, untersucht heute deren mediale Darstellung und historische Entwicklung. Ihre jüngste Forschung zeichnet die fast einhundertjährige Existenz humanoider "Spielzeuge" nach und deren wachsende Akzeptanz in der Gegenwart.
Regener ist Expertin für visuelle Kultur, mit einem Schwerpunkt auf marginalisierten Gruppen und deren Repräsentation. Ihre aktuellen Projekte befassen sich mit vielfältigen Themen – von True Crime und weiblichen Bildwelten über KI-generierte Liebe bis hin zur Symbolik der Hand. Diese Interessen fließen in ihre Analyse von Sexpuppen ein, wo Technologie und gesellschaftliche Einstellungen aufeinandertreffen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich das öffentliche Bild von Sexpuppen vom Tabu zu einer schrittweisen Normalisierung gewandelt. Fortschritte wie die Integration von Künstlicher Intelligenz haben diese Entwicklung maßgeblich vorangetrieben. In Deutschland befeuern Online-Verkäufe und hyperrealistische Designs einen kommerziellen Boom. KI-gestützte Sexspielzeuge zählen mittlerweile zu den Verkaufsschlagern, während Studien – etwa aus Tschechien – zeigen, wie KI-generierte erotische Bilder Vorstellungen von körperlicher Anziehungskraft neu prägen.
Die Debatte über diese Veränderungen steht im Mittelpunkt eines bevorstehenden taz Queer Talks. Moderiert wird die Veranstaltung von taz-Redakteur Jan Feddersen, organisiert in Kooperation mit Queer Nations e.V. Feddersen, der für Sonderprojekte zuständig ist und die taz Talks sowie das taz lab kuratiert, wird das Gespräch über Regeners Erkenntnisse leiten.
Regeners Arbeit zeigt die rasante Kommerzialisierung von Sexpuppen auf, angetrieben durch digitale Medien und technologischen Fortschritt. Zwar sind detaillierte historische Aufzeichnungen rar, doch ihre Forschung deutet auf einen klaren Trend hin: Diese Objekte rücken vom Rand ins Zentrum der Gesellschaft. Der taz Queer Talk wird weitere Einblicke in ihre sich wandelnde kulturelle Bedeutung bieten.






