Warum immer mehr indische Studierende trotz Klagen nach Russland ziehen
Philipp KrügerWarum immer mehr indische Studierende trotz Klagen nach Russland ziehen
Indische Studierende in Russland haben mehr Beschwerden eingereicht als in jedem anderen Land. 2025 richteten sich über die Hälfte der 350 Klagen indischer Studierender im Ausland gegen russische Bildungseinrichtungen. Dennoch bleibt Russland ein zunehmend beliebtes Ziel für indische Lernende – vor allem in medizinischen Fachbereichen.
Bis Ende 2025 waren rund 30.000 indische Studierende an russischen Hochschulen immatrikuliert. Damit ist Indien die zweitwichtigste Herkunftsnation für internationale Studierende in Russland. Dennoch wirbt das Land weniger als 2 Prozent aller indischen Studierenden im Ausland an – der Markt wird weiterhin von westlichen Ländern dominiert.
Die Mehrheit der indischen Studierenden in Russland strebt einen Abschluss in Medizin an. Doch Indiens laufende Reformen im Medizinstudium könnten russische Universitäten dazu zwingen, ihre Lehrpläne anzupassen. Experten prognostizieren zudem einen Anstieg um 20 bis 30 Prozent bei indischen Studierenden, die sich in den kommenden Jahren für Russland entscheiden.
Sprache und Berufsaussichten spielen bei ihrer Entscheidung eine zentrale Rolle. Viele Studierende bestehen auf englischsprachigen Unterricht, während Praktikumsmöglichkeiten und klare Karrierewege nach dem Abschluss zu den wichtigsten Prioritäten zählen.
Trotz der Beschwerden und des begrenzten Marktanteils wird die Zahl indischer Studierender in Russland voraussichtlich weiter steigen. Medizinische Studiengänge bleiben wahrscheinlich der Hauptanziehungspunkt, auch wenn Anpassungen der Lehrpläne nötig sein könnten. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb westlicher Länder um indische Studierende weiter zu.






