Vonovia will Militärwohnungen bauen – und setzt auf Partnerschaft mit der Bundeswehr
Lukas HartmannVonovia will Militärwohnungen bauen – und setzt auf Partnerschaft mit der Bundeswehr
Deutschlands größter Vermieter Vonovia drängt auf stärkere Rolle beim Militärwohnungsbau
Während die Bundesregierung den Wohnungsbau beschleunigen will, setzt sich Vonovia für eine größere Beteiligung an der Unterbringung von Soldatinnen und Soldaten ein. Unternehmenschef Rolf Buch schlägt vor, neue Kasernen und Wohnungen für die Bundeswehr zu verwalten – mit dem Argument, dass attraktivere Wohnverhältnisse helfen könnten, Personal für abgelegene Standorte zu gewinnen. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der steigende Kosten und Finanzierungsprobleme die Immobilienbranche unter Druck setzen.
Vonovia hat bereits in der Vergangenheit Militärwohnungen vom Bund übernommen. Nun will Buch, dass das Unternehmen neue Unterkünfte für Soldatinnen und Soldaten baut und betreibt – insbesondere in Regionen, die weit von den Familien entfernt liegen. Er betonte, dass angemessene Lebensbedingungen entscheidend seien, um Fachkräfte für die Bundeswehr zu gewinnen und langfristig zu binden.
Auch die Regierung versucht, den Wohnungsbau mit ihrer "Wohnungsbau-Turbo"-Initiative voranzutreiben. Dazu gehören schnellere Genehmigungsverfahren und Ausnahmen bei bestimmten Bauvorschriften. Günstigere Kredite der staatlichen Förderbank KfW sollen zudem langfristig mehr Bauprojekte ermöglichen.
Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Kosten hoch. Vonovia gibt derzeit über 5.000 Euro pro Quadratmeter für Neubauten aus – inklusive Grundstückspreis. Das Unternehmen plant, 2023 rund 3.000 Wohneinheiten zu errichten, verfügt aber über Flächen für bis zu 70.000 weitere. Die Finanzierung neuer Projekte gestaltet sich jedoch schwierig, da eine Kapitalerhöhung aktuell zu teuer wäre.
Buch zeigt sich dennoch optimistisch für eine Erholung des Sektors. Zwar sehe er den Immobilienmarkt im Aufschwung, doch Herausforderungen wie Baukosten und Finanzierung blieben bestehen. Vonovias Vorschlag könnte die Wohnungsnot der Bundeswehr lindern und gleichzeitig das Portfolio des Konzerns erweitern. Die Pläne der Regierung für schnellere Genehmigungen und günstigere Kredite könnten helfen – doch hohe Baukosten und Finanzierungshürden bleiben. Gelingt die Zusammenarbeit, stünde Soldatinnen und Soldaten in abgelegenen Regionen eine bessere Unterbringung zur Verfügung.






