Strompreise in Deutschland erstmals 2024 unter null – wer profitiert wirklich?
Philipp KrügerStrompreise in Deutschland erstmals 2024 unter null – wer profitiert wirklich?
Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden mit dynamischen Tarifen profitieren
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null – ein Vorteil für Verbraucher mit dynamischen Tarifen. Der ungewöhnliche Preisverfall wurde durch einen starken Anstieg der Erneuerbaren-Energien-Produktion ausgelöst, der die Großhandelspreise auf Rekordtiefs drückte. Manche Haushalte verdienten in Spitzenzeiten sogar Geld damit, Strom zu verbrauchen.
Der deutliche Rückgang setzte um 9 Uhr ein, als die Großhandelspreise unter die Nullmarke rutschten. Bis 17 Uhr blieben sie negativ und erreichten zwischen 13 und 14 Uhr mit minus 25,03 Cent pro Kilowattstunde ihren Tiefststand. Dieses als „Sonnenwind“ bekannte Phänomen tritt auf, wenn Solaranlagen und Windräder gleichzeitig auf Hochtouren laufen.
Kunden des Energieanbieters Tibber zahlten je nach lokalen Netzentgelten unterschiedliche Nettopreise. In Regionen mit geringeren Gebühren sanken die Tarife bis auf minus 12 Cent pro Kilowattstunde. Der niedrigste gemessene Endkundenpreis lag im Kölner Raum am frühen Nachmittag bei minus 8,6 Cent. Später stiegen die Preise jedoch zwischen 20 und 21 Uhr auf bis zu 36 Cent pro Kilowattstunde – den höchsten Wert des Tages.
Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, prognostizierte, dass dieser Sommer neue Rekordwerte bei negativen Strompreisen bringen könnte. Im vergangenen Jahr waren die Großhandelspreise bereits 457 Stunden im Minus – ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zu 2023. Experten führen den Trend auf die anhaltende Unflexibilität des Strommarkts zurück, der Angebot und Nachfrage nicht effizient ausbalancieren kann.
Das Ereignis markiert die erste negative Preisphase des Jahres 2024, bei der Nutzer dynamischer Tarife zeitweise Geld für ihren Stromverbrauch erhielten. Analysten erwarten, dass sich ähnliche Muster fortsetzen werden, während der Ausbau der Erneuerbaren voranschreitet. Netzentgelte und regionale Unterschiede werden weiterhin bestimmen, wie viel Kunden letztlich sparen oder zahlen.






