Solingen diskutiert über kältere Klassenzimmer – FDP protestiert gegen 19-Grad-Regel
Lukas HartmannSolingen diskutiert über kältere Klassenzimmer – FDP protestiert gegen 19-Grad-Regel
Der Stadtrat von Solingen erwägt, die Klassenzimmertemperaturen in diesem Winter auf 19°C zu senken. Eine endgültige Entscheidung soll nach den Herbstferien fallen. Der Vorschlag ist Teil umfassender Maßnahmen zur Energieeinsparung in den örtlichen Schulen.
Auch in den Fluren der Solinger Schulen könnte es nach den geplanten Regelungen kühler werden. Die Freie Demokratische Partei (FDP) lehnt die geplante Absenkung der Raumtemperaturen in Klassenzimmern jedoch entschieden ab. Jürgen Albermann, Fraktionsvorsitzender der FDP im Rat, argumentierte, ein solches Alleingang der Stadt sende das falsche Signal.
Die Nachbarstädte Wuppertal und Remscheid haben bereits ausgeschlossen, die Temperaturen in ihren Schulgebäuden zu reduzieren. Die FDP befürwortet zwar andere Energiesparmaßnahmen wie Aufklärungskampagnen oder die Vermeidung unnötigen Lüftens, betont aber, dass der Komfort der Schülerinnen und Schüler nicht beeinträchtigt werden dürfe.
Raoul Brattig, Vorsitzender des Schulausschusses, wies darauf hin, dass die Schüler während der Pandemie bereits erhebliche Belastungen ertragen mussten. Sie dürften nun nicht zusätzlich unter den Folgen der Energiekrise leiden. Zudem läge eine Raumtemperatur von 19°C unter den Vorgaben der deutschen Arbeitsstättenverordnung und der gesetzlichen Unfallversicherung, die ein Minimum von 20°C vorsehen.
Die endgültige Entscheidung des Rates steht noch aus und wird erst nach den Herbstferien erwartet. Sollte der Beschluss durchgehen, stünde er im Widerspruch zu bundesweiten Regelungen. Die Debatte spiegelt die grundsätzliche Herausforderung wider, Energiesparziele mit dem Wohlbefinden von Schülern und Lehrkräften in Einklang zu bringen.
