NRW und Bahn starten Großoffensive gegen marodes Schienennetz und Zugchaos
Philipp KrügerNRW und Bahn starten Großoffensive gegen marodes Schienennetz und Zugchaos
Nordrhein-Westfalen (NRW) und die Deutsche Bahn haben sich auf eine Zusammenarbeit verständigt, um das marode Schienennetz der Region zu verbessern. Im vergangenen Jahr hatte jeder vierte Zug Verspätung, jeder sechste fiel komplett aus – ein Dauerzustand, der Pendler und Reisende gleichermaßen belastet. Nun wollen beide Seiten in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungen von Strecken und Bahnhöfen angehen.
Die Lage in NRW ist dramatischer als in den meisten anderen Bundesländern: Veraltete Infrastruktur und ein akuter Lokführermangel sorgen für anhaltende Verspätungen und Zugausfälle. Allein 2023 war jeder vierte Zug zu spät, jeder sechste fuhr gar nicht erst.
Um die Krise zu bewältigen, haben die Bahn und die Landesregierung einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Priorität hat zunächst die Modernisierung der am stärksten frequentierten Strecken, darunter die Achsen Köln–Bonn–Koblenz, Aachen–Köln sowie Hagen–Unna–Hamm. Ab Februar 2025 beginnen zudem großflächige Bauarbeiten auf der stark genutzten Verbindung von Köln über Wuppertal nach Hagen.
Doch nicht nur die Gleise stehen im Fokus: Geplant sind auch ein moderner Neubau eines Bahnhofs sowie eine direkte Schienenverbindung zwischen Köln und London, die langfristig die Zuverlässigkeit und Anbindung der Region stärken sollen.
Das Abkommen sieht ein klares Programm für jahrelange Bau- und Modernisierungsmaßnahmen vor. Gelingt die Umsetzung, könnten sich Verspätungen und Ausfälle auf den Hauptstrecken spürbar verringern. Nun geht es darum, die Arbeiten so zu koordinieren, dass weitere Belastungen für die Fahrgäste möglichst gering gehalten werden.






