Münsters Museum beleuchtet Deutschlands koloniale Vergangenheit mit neuen Formaten
Lukas HartmannMünsters Museum beleuchtet Deutschlands koloniale Vergangenheit mit neuen Formaten
Städtisches Museum Münster veranstaltet Studien- und Thementage zur deutschen Kolonialgeschichte
Das Städtische Museum Münster bietet eine Reihe von Studientagen und Veranstaltungen an, die sich mit der deutschen Kolonialvergangenheit auseinandersetzen. Der "Kolonialismus-Themenraum" öffnet am 8. und 9. Oktober für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen – ohne Anmeldung. Eine öffentliche Führung findet zudem am 11. Oktober gegen eine geringe Gebühr statt.
Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit von 15 Kultur- und Bildungseinrichtungen in Münster, federführend organisiert vom Städtischen Museum, dem Historischen Seminar und dem Institut für Geschichtsdidaktik der Universität Münster.
Zwischen 1884 und 1918 unterhielt das Deutsche Reich Kolonien in Afrika, im Pazifik und in China. Viele Menschen in Münster profitierten von der Ausbeutung und Unterdrückung, die mit dieser Epoche verbunden waren. Die neue Ausstellung beleuchtet diese historischen Verknüpfungen und ihre bis heute nachwirkenden Folgen.
Der "Kolonialismus-Themenraum" präsentiert eigens in Auftrag gegebene Gemälde, die koloniale Spuren in der modernen Gesellschaft aufzeigen. Während die Studientage ohne Voranmeldung besucht werden können, lässt sich ein benachbarter Arbeitsraum für Gruppenaktivitäten im Voraus buchen.
Auch andere deutsche Regionen setzen sich mit dem kolonialen Erbe auseinander: Schleswig-Holstein hat Ausstellungen und Workshops zu Sklaverei, Kolonialismus und Rassismus entwickelt, darunter Programme wie "Koloniale Kontinuitäten" und "Globales Lernen". In Stuttgart widmen sich diskursive Veranstaltungen und Sommerschulen den kolonialen Nachwirkungen der Nachkriegszeit, insbesondere in der Polizeigeschichte. Das GREND Kulturzentrum in Essen bietet Initiativen zur Lokalgeschichte mit überregionalen historischen Bezügen an.
Die öffentliche Führung am 11. Oktober beginnt um 16 Uhr und kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Die Studientage und die Ausstellung ermöglichen Schülerinnen, Schülern und Besuchenden einen vertieften Einblick in Deutschlands koloniale Vergangenheit. Das Münstersche Projekt reiht sich ein in ähnliche Bestrebungen bundesweit – von Schleswig-Holstein über Stuttgart bis Essen. Ziel der Veranstaltungen ist es, das Verständnis für historische Ungerechtigkeiten und ihre heutigen Auswirkungen zu schärfen.






