26 April 2026, 10:04

Münsterer Mieter fürchten Explosion der Heizkosten durch Wärmepumpen-Pläne der LEG

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Münsterer Mieter fürchten Explosion der Heizkosten durch Wärmepumpen-Pläne der LEG

Mieter in Münster drohen drastisch höhere Heizkosten nach Plänen für dezentrale Wärmepumpen – LEG stoppt Projekt vorerst

Mieter eines Wohnkomplexes in Münster müssen mit stark steigenden Heizkosten rechnen, nachdem ihr Vermieter den Einbau dezentraler Wärmepumpen geplant hatte. Der Wohnungskonzern LEG hat das Vorhaben nach Kritik und Medienberichten vorläufig gestoppt. Der Fall zeigt die wachsenden Sorgen, wie die deutsche Energiewende die Mietkosten belasten wird.

LEG wollte in seinen Münsteraner Immobilien Gas-Etagenheizungen durch individuelle Wärmepumpen ersetzen. Im Rahmen eines Contracting-Modells wären die jährlichen Heizkosten für Mieter wie Ines Rodriguez von 1.680 Euro auf 2.486 Euro gestiegen – ein Plus von 806 Euro pro Jahr. Dieser Anstieg liegt weit über der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Obergrenze von 0,50 Euro pro Quadratmeter für die Umlage von Modernisierungskosten.

Das GEG erlaubt Vermietern zwar, Mieter mit bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter an den Kosten für energetische Sanierungen zu beteiligen – allerdings nur, wenn sie die Maßnahmen selbst finanzieren. Bei Contracting-Verträgen, bei denen ein Drittanbieter die Anlage besitzt und wartet, greift diese Regelung nicht. LEGs neue Kosten belaufen sich auf 1,80 Euro pro Quadratmeter – mehr als das Dreifache des gesetzlichen Limits.

Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisierte das Vorgehen von LEG scharf: Contracting-Modelle belasteten Mieter unzumutbar. Der Bundesverband Wärmepumpe hingegen verteidigte das Modell als sinnvolle Lösung für alle Gebäudetypen, einschließlich Einfamilienhäuser und Gewerbeimmobilien.

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Nach einem Bericht des NDR, der die drastischen Kostensteigerungen aufdeckte, setzte LEG die Pläne in Münster vorerst aus. Der Deutsche Mieterbund fordert nun dringend gesetzliche Nachbesserungen, um ähnliche Fälle während der Energiewende zu verhindern.

Der Fall Münster zeigt, wie Contracting-Modelle bestehende Mieterschutzregeln umgehen können. Da viele Vermieter von Gas auf Wärmepumpen umsteigen, könnten Mieter mit unkalkulierbaren Mehrkosten konfrontiert werden. Ob solche Verträge künftig noch zulässig sind und wie stark Mieter für klimafreundlichere Heizungen zur Kasse gebeten werden dürfen, könnte bald der Gesetzgeber entscheiden.

Quelle