Mevlüde Gençs bewegendes Vermächtnis: Trauer um eine Ikone des Friedens
Lukas HartmannMevlüde Gençs bewegendes Vermächtnis: Trauer um eine Ikone des Friedens
Mevlüde Genç, Überlebende des rassistischen Brandanschlags von Solingen 1993, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Bei ihrer Beerdigung versammelten sich rund 1.000 Trauergäste aus Solingen, ganz Deutschland und der Türkei, um ihr lebenslanges Engagement für Frieden und Erinnerung zu würdigen.
Das Totengebet fand in der Unteren Wernerstraße statt – nur wenige Schritte von jenem Ort entfernt, an dem vor 31 Jahren der rechtsextreme Anschlag verübt wurde. Genç verlor bei dem Feuer zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte. Trotz dieses unfassbaren Schicksalsschlags wurde sie zu einem Symbol der Widerstandskraft und Versöhnung.
An der Trauerfeier nahmen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie weitere hochrangige Vertreter teil. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach hielt eine Rede, in der er ihre außergewöhnliche Mitmenschlichkeit betonte. Für ihr Wirken als Friedensbotschafterin wurde Genç 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2015 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Nach der Zeremonie wurde ihr Sarg in die Türkei überführt, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden soll. Gençs Vermächtnis lebt weiter – durch ihr unermüdliches Eintreten für Toleranz und die Ehrungen, die ihr zuteilwurden. Ihr Leben und ihr Verlust mahnen bis heute im Kampf gegen Hass. Mit ihrer Beerdigung endet eine Ära für alle, die sie kannten, und für die Gemeinschaften, die sie geprägt hat.
