Karin Bergmann wird erste künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele
Philipp KrügerKarin Bergmann wird erste künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele
Die Salzburger Festspiele haben Karin Bergmann zur neuen künstlerischen Leiterin ernannt. Mit ihrer Berufung übernimmt erstmals eine Frau die Leitung des renommierten Festivals. Die Ankündigung erfolgt nach monatelangen Turbulenzen im Gefolge des Rückzugs von Markus Hinterhäuser im März.
Hinterhäuser hatte sein Amt nach Berichten über ein toxisches Arbeitsklima aufgegeben. Sein Abgang sorgte für Verunsicherung, die Bergmann später als „Eindruck von Chaos“ kritisierte. Gleichzeitig betonte sie, dass ihr Verhältnis zu Hinterhäuser stets rein beruflicher Natur gewesen sei – trotz seiner früheren Bezeichnung als „liebe Freundin“.
Bergmanns Ernennung kam für viele überraschend, da ihr zunächst nicht mitgeteilt worden war, dass sie für die Festspielleitung vorgesehen sei. Sie plant nun, Hinterhäusers musikalisches Programm beizubehalten, die Sparte Schauspiel jedoch mit mindestens vier großen Theaterproduktionen auszubauen.
Unterdessen wird die Festspielpräsidentin Kristina Hammer bei der offiziellen Eröffnung am 26. Juli nicht sprechen. Ihre Position wurde neu ausgeschrieben; 27 Bewerber:innen – darunter Hammer selbst – haben sich beworben. Ihre aktuelle Amtszeit endet voraussichtlich Ende 2026.
Bergmann fordert eine stärkere Vertretung von Theaterregisseur:innen im Festspielkuratorium. Zudem spricht sie sich für die Einführung von Frauenquoten aus, um die Vielfalt in Führungspositionen zu erhöhen.
Mit klaren Vorstellungen für die Zukunft der Festspiele übernimmt Bergmann ihr Amt: Sie will die Schauspielsparte stärken, ohne die bestehende musikalische Ausrichtung zu vernachlässigen. Die Führungsstruktur des Festivals bleibt indes im Umbruch – auch Hammers Rolle wird weiterhin geprüft.






