20 March 2026, 16:03

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Studie zeigt alarmierende Trends

Plakat mit einem Zitat aus "Building a Better America", das besagt: "Wir müssen die sozialen Medien-Plattformen für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit.", dekoriert mit Sternen.

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Studie zeigt alarmierende Trends

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen offenbart eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Deutschen. Nur noch die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen zeigt sich zufrieden mit ihrer Funktionsweise in der Praxis. Die Ergebnisse deuten auf einen deutlichen Vertrauensverlust seit 2022 hin – besonders in den jüngsten Altersgruppen.

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Die aktuelle Shell-Jugendstudie belegt einen dramatischen Rückgang der Demokratiezufriedenheit. 2022 waren noch 62 Prozent der 14- bis 18-Jährigen mit der Demokratie in Deutschland zufrieden. Bis 2025 sank dieser Wert auf nur noch 36 Prozent. Am geringsten ist die Unterstützung bei den 19- bis 29-Jährigen, wo die Skepsis am stärksten zugenommen hat.

Die Forscher teilten die Befragten in drei Kategorien ein: 44 Prozent sind überzeugte "Demokraten", 42 Prozent "labile Demokraten" und 8 Prozent vertreten "antidemokratische" Ansichten. Undemokratische Haltungen verbreiten sich – fast die Hälfte stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Führungspersönlichkeit oder eine starke Partei". Weitere 15 Prozent halten eine Diktatur unter bestimmten Umständen für akzeptabel.

Die Studie führt die Unzufriedenheit auf persönliche Lebensumstände zurück. Wer sich benachteiligt oder verunsichert fühlt, übt deutlich mehr Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen. Auch das Vertrauen in zentrale Institutionen hat nachgelassen, besonders bei jungen Menschen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor radikaler Online-Propaganda. Junge Menschen seien in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities zunehmend Misogynie, Gewalt und extremistischem Gedankengut ausgesetzt. Viele berichten von emotionaler Manipulation durch solche Botschaften.

Als Reaktion fordert die Studie eine Stärkung der politischen Bildung an Schulen. Die Jugendlichen selbst wünschen sich mehr politische Themen im Unterricht. Experten argumentieren, dass eine bessere demokratische Bildung helfen könnte, der digitalen Radikalisierung entgegenzuwirken.

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Wandel in der Haltung junger Menschen zur Demokratie. Angesichts sinkenden Vertrauens und wachsender undemokratischer Einstellungen unterstreicht die Studie die Dringlichkeit gezielter Bildungsmaßnahmen. Schulen und Politiker stehen nun vor der Aufgabe, diese Entwicklungen zu adressieren, bevor sie sich weiter verschärfen.

Quelle