Henkel kauft Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar – ein riskanter Schönheits-Deal
Philipp KrügerHenkel kauft Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar – ein riskanter Schönheits-Deal
Henkel übernimmt US-Haarpflegemarke Olaplex für rund 1,4 Milliarden Dollar
Der Konsumgüterkonzern Henkel hat die Übernahme des amerikanischen Haarpflegeherstellers Olaplex für etwa 1,4 Milliarden Dollar vereinbart. Die am 26. März 2026 bekannt gegebene Transaktion markiert einen bedeutenden Schritt in der Schönheitsbranche. Noch ausstehend sind die Zustimmung der Aktionäre und die Freigabe durch die Kartellbehörden, bevor der Deal voraussichtlich im späten Jahr 2026 abgeschlossen wird.
Olaplex sorgte 2014 mit seiner innovativen Haarreparatur-Technologie, die auf Bindungsaufbau setzt, für Furore. Unter der Führung der Private-Equity-Gesellschaft Advent International, die das Unternehmen 2019 übernahm, verzeichnete die Marke ein rasantes Wachstum: Der Umsatz stieg von 148,2 Millionen Dollar im Jahr 2019 auf über 700 Millionen Dollar bis 2022.
Doch der zunehmende Wettbewerb setzte dem Unternehmen zu. Die Verkäufe gingen kontinuierlich zurück und lagen in den vergangenen zwölf Monaten bei 423 Millionen Dollar, während der Umsatz 2025 auf rund 370 Millionen Euro (umgerechnet 370–400 Millionen Dollar) sank. Auch der Aktienkurs brach dramatisch ein: Von fast 30 Dollar nach dem Börsengang 2021 fiel er bis Anfang 2026 auf nur noch 1,33 Dollar.
Henkels Angebot von 2,06 Dollar pro Aktie liegt 55 Prozent über dem Schlusskurs von Olaplex am 25. März. Die Nachricht ließ den Aktienkurs im vorbörslichen Handel um fast 50 Prozent steigen. Advent International, der aktuelle Eigentümer von Olaplex, hat bereits die Zustimmung der Aktionäre für den Verkauf gesichert.
Olaplex soll auch nach der Übernahme als eigenständige Marke weitergeführt werden. Henkel plant, das globale Vertriebsnetz des Konzerns zu nutzen, um die Reichweite von Olaplex auszubauen. Alle notwendigen Unterschriften liegen bereits vor; noch ausstehend sind die endgültigen behördlichen Genehmigungen.
Der Abschluss der Übernahme ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Olaplex bleibt unter dem Dach von Henkel eigenständig, während der deutsche Konzern seine internationale Präsenz stärken will. Der Deal über 1,4 Milliarden Dollar folgt auf einen deutlichen Rückgang des Marktwerts und der Umsätze von Olaplex in den letzten Jahren.






