Hagen macht dicht: Alle 27 Apotheken streiken für faire Löhne und Reformen
Jonas SchmittHagen macht dicht: Alle 27 Apotheken streiken für faire Löhne und Reformen
Alle 27 Apotheken in Hagen schließen am 23. März ihre Türen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die Aktion zielt darauf ab, faire Bezahlung und höhere Festbeträge für die Abgabe jedes Medikamentenpakets durchzusetzen. Diesmal geht es darum, bereits vereinbarte Reformen umzusetzen – und nicht wie bei der Demonstration im vergangenen Jahr um die Ablehnung eines einzelnen Themas.
Apothekeninhaber zeigen sich zunehmend verärgert über das, was sie als Doppelmoral der Krankenkassen bezeichnen. Während andere Branchen Gehaltserhöhungen und Lohnforderungen durchsetzen könnten, fühlten sich Apotheker mit ihren finanziellen Problemen ignoriert. Beim Protest werden Mitarbeiter aller Hagener Apotheken nach Düsseldorf reisen, um an einer Kundgebung teilzunehmen – ein Zeichen der Geschlossenheit in ihren Forderungen.
Nur die Victoria-Apotheke bleibt während der Schließung geöffnet und bietet einen Notdienst für dringende Fälle an. Der Druck auf Gesundheitsministerin Nina Warken wächst nun, die versprochenen Reformen endlich umzusetzen. Anders als beim Protest 2023, der sich gegen eine konkrete Missstand richtete, geht es diesmal darum, die Verantwortlichen an ihre Zusagen zu erinnern.
Die Kampagne lenkt die Aufmerksamkeit auf langjährige Finanzierungslücken und die steigenden Betriebskosten von Apotheken. Da keine genauen Zahlen vorliegen, wie viele deutsche Apotheken sich im vergangenen Jahr beteiligten, zeigt die vollständige Teilnahme Hagens eine starke lokale Entschlossenheit.
Der eintägige Streik wird den regulären Betrieb unterbrechen, die Notfallversorgung bleibt jedoch gewährleistet. Die Apotheken-Teams hoffen, dass der Protest schnellere Fortschritte bei fairer Vergütung und Abgabegebühren erzwingt. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob in den kommenden Monaten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen.






