10 May 2026, 14:09

Grüner Wasserstoff soll die deutsche Stahlindustrie revolutionieren und CO₂ sparen

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" mit Logo, das die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 fordert.

Grüner Wasserstoff soll die deutsche Stahlindustrie revolutionieren und CO₂ sparen

Deutschlands Stahlindustrie stellt auf grünen Wasserstoff um, um CO₂-Emissionen zu senken

Die deutsche Stahlbranche unternimmt Schritte, um ihre Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, indem sie von Kohle auf grünen Wasserstoff umsteigt. Der Wandel erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks, Klimaziele zu erreichen, ohne dabei die Produktionsmengen zu verringern. Thyssenkrupp Steel treibt eines der ersten großen Projekte voran, das die wasserstoffbasierte Stahlherstellung im industriellen Maßstab testet.

Derzeit verursacht die Stahlindustrie etwa acht Prozent der deutschen CO₂-Emissionen. Verantwortlich dafür sind vor allem die kohlebefeuerten Hochöfen, die für die jährliche Produktion von 40 Millionen Tonnen Roheisen im Land unverzichtbar sind. Um die Emissionen zu senken, setzen die Unternehmen auf Alternativen wie Erdgas und grünen Wasserstoff.

Der Einsatz von Erdgas in Direktreduktionsanlagen kann die Emissionen bereits um etwa 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren reduzieren. Langfristig soll jedoch der vollständige Verzicht auf fossile Brennstoffe durch grünen Wasserstoff gelingen. Genau das ist das Ziel des tkH2Steel-Projekts von Thyssenkrupp Steel, das mit Bundes- und Landesmitteln gefördert wird. Das Unternehmen betreibt den größten industriellen Stahlstandort Europas und produziert jährlich zehn Millionen Tonnen Stahl in Deutschland.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In der ersten Phase des Umstiegs entsteht ein Komplex aus Direktreduktionsanlagen. Diese benötigen täglich 400 Tonnen Wasserstoff, um 2,5 Millionen Tonnen direktreduziertes Eisen herzustellen. Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff ließen sich pro Tonne Wasserstoff bis zu 28 Tonnen CO₂ einsparen. Allerdings erfordert der Prozess enorme Energiemengen – vergleichbar mit der Leistung von 800 Windkraftanlagen.

Die vollständige Umstellung auf klimaneutrale Stahlproduktion soll bis 2045 gelingen. Doch zunächst muss die Branche abwarten, bis grüner Wasserstoff in ausreichenden Mengen und zu bezahlbaren Preisen verfügbar ist.

Der Wechsel der Stahlindustrie zu wasserstoffbasierter Produktion könnte ihren CO₂-Fußabdruck deutlich verringern. Thyssenkrupps Pilotprojekt markiert einen entscheidenden Schritt, um die Technologie im großen Stil zu erproben. Der Erfolg hängt davon ab, ob genug grüner Wasserstoff und erneuerbare Energien für die Transformation bereitstehen.

Quelle