Forscher entwickeln nachhaltige Textilfaser aus Süßwasseralgen für die Modebranche
Philipp KrügerForscher entwickeln nachhaltige Textilfaser aus Süßwasseralgen für die Modebranche
Ein Forschungsteam hat fast eine Million Euro an Fördergeldern eingeworben, um eine neue umweltfreundliche Textilfaser zu entwickeln. Das Projekt Algacore, geleitet von Leon Blanckart, setzt auf Süßwasseralgen als nachhaltige Alternative zu Baumwolle und synthetischen Materialien. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Textilbranche zunehmend unter Druck gerät, umweltverträglichere Praktiken zu übernehmen.
Das Team schloss kürzlich das AlgaTex-Projekt ab, das fadenförmige Grünalgen als mögliche Faserquelle untersuchte. Nun wird es mit 968.000 Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer-Programm in den nächsten 18 Monaten seine Arbeit ausbauen und die Gründung eines Start-ups vorbereiten.
Unterstützt wird das Vorhaben von Professorin Ellen Bendt, Professor Dr. Groten sowie dem HNX Startup Team der Universität. Ihr Ziel ist es, zu beweisen, dass erneuerbare Materialien auf Algenbasis sowohl umweltfreundlich als auch für die Großproduktion geeignet sein können. Der Baumwollanbau erfordert enorme Wassermengen, Ackerflächen und Pestizide, während synthetische Fasern auf endliche Ressourcen angewiesen sind und zur Mikroplastikverschmutzung beitragen.
Das EXIST-Programm fördert vielversprechende, technologiegetriebene Ausgründungen aus Hochschulen. Die Arbeit von Algacore könnte der Textilindustrie einen nachhaltigeren Rohstoff liefern und ihre Abhängigkeit von herkömmlichen Fasern verringern.
In den kommenden Monaten liegt der Fokus auf der Hochskalierung der Algenfaserproduktion. Bei Erfolg könnte das Projekt Textilherstellern eine tragfähige, ökologische Alternative bieten. Die Erkenntnisse des Teams könnten dazu beitragen, den Umgang der Branche mit Rohstoffen grundlegend zu verändern.






