Falsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum 250.000 Besucher eine Falschmeldung sind
Philipp KrügerFalsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum 250.000 Besucher eine Falschmeldung sind
Ein online geteiltes Video hat eine Debatte über die Teilnehmerzahlen beim Dresdner Christopher Street Day (CSD) ausgelöst. Einige Nutzer in sozialen Medien behaupteten, die Veranstaltung habe 250.000 Besucher angezogen, doch die Aufnahmen zeigen deutlich weniger Teilnehmende. Der Clip zeigt eine kleine, spontan organisierte Kundgebung und nicht den Hauptumzug.
Der CSD in Dresden erstreckte sich über drei Tage, wobei der Hauptumzug am 6. Juni stattfand. Bei dieser Veranstaltung gab es zahlreiche Wagen und eine große Menschenmenge auf dem Altmarkt. Berichte von MDR und der Sächsischen Zeitung bestätigten, dass Tausende an der Hauptfeier teilnahmen.
Das umstrittene Video zeigt einen einzelnen Wagen mit einer Handvoll Menschen, die am Abend des 5. Juni auf den Altmarkt einbiegen. Dabei handelte es sich um eine kurzfristig angekündigte Demonstration, die unabhängig vom Hauptumzug stattfand. Die kürzeren Proteste am 4. und 5. Juni waren aufgrund eines Rechtsstreits mit der sächsischen Landesdirektion erst spät angemeldet worden.
Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte entschieden, dass der gesamte CSD als Versammlung zu werten sei. Dennoch haben weder die Stadt Dresden noch die Polizei jemals eine Zahl von 250.000 Teilnehmenden genannt. Auch kein Medienhaus berichtete von einer derart hohen Besucherzahl für die diesjährige Veranstaltung.
Das kursierende Video steht nicht für den Hauptumzug des CSD. Offizielle Stellen und lokale Medien bestätigten zwar niedrigere, aber dennoch bedeutende Teilnehmerzahlen. Stadt und Polizei haben klargestellt, dass die Behauptung von 250.000 Besuchern haltlos ist.






