CDU fordert Solinger Verwaltung zu Open-Source-Debatte und Transparenz auf
Philipp KrügerCDU fordert Solinger Verwaltung zu Open-Source-Debatte und Transparenz auf
Die CDU-Fraktion im Solinger Stadtrat drängt auf eine Debatte über digitale Souveränität innerhalb der Stadtverwaltung. Sie möchte eine mögliche Umstellung auf Open-Source-Software prüfen und hat dazu eine offizielle Anfrage gestellt, um zentrale Informationen zu sammeln.
Die Fraktion fordert die Verwaltung auf, offenzulegen, welche proprietären Softwareprodukte derzeit in ihren Fachbereichen und städtischen Betrieben eingesetzt werden. Zudem sollen die jährlichen Kosten für die wichtigsten dieser Programme genannt werden.
Darüber hinaus verlangt die Anfrage eine Aufschlüsselung, inwieweit die genutzte Software auf Software-as-a-Service-Modelle, Abo-Gebühren oder zeitlich begrenzte Lizenzen zurückgreift. Die CDU möchte wissen, ob es bereits erste Überlegungen oder konkrete Schritte für einen Wechsel zu Open-Source-Lösungen gibt.
Zur Untermauerung ihrer Forderungen verweist die Fraktion auf Schleswig-Holstein und München als Beispiele für Regionen, die alternative Migrationsstrategien verfolgt haben. Zudem wird auf die bundesweite Diskussion über die Abhängigkeit öffentlicher Verwaltungen von einigen wenigen großen internationalen Softwareanbietern hingewiesen – so habe der Bund im Jahr 2025 allein an Microsoft rund 500 Millionen Euro für Lizenzen gezahlt.
Ziel der CDU-Anfrage ist es, ein klares Bild der aktuellen Softwarestruktur in Solingen zu zeichnen. Gleichzeitig sollen mögliche Wege für einen schrittweisen Umstieg auf Open-Source-Alternativen ausgelotet werden. Die Antworten der Verwaltung werden die künftigen Diskussionen über digitale Unabhängigkeit der Stadt prägen.
