Europas erstes grenzüberschreitendes CO₂-Transportnetz nimmt Gestalt an
Jonas SchmittEuropas erstes grenzüberschreitendes CO₂-Transportnetz nimmt Gestalt an
Eine Gruppe führender Energieunternehmen hat eine Vereinbarung zur Entwicklung eines grenzüberschreitenden CO₂-Transportnetzes unterzeichnet. Die Initiative zielt darauf ab, Industriegebiete in Deutschland mit Speicherstätten in der niederländischen Nordsee zu verbinden. Damit wird ein wichtiger Schritt zur Ausweitung von Kohlenstoffmanagement-Lösungen in Europa gemacht.
Die Absichtserklärung wurde von Gasunie, EBN, Eni, OGE, Shell und TotalEnergies unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht der Delta-Rhein-Korridor, der die Industriecluster in Nordrhein-Westfalen mit niederländischen Offshore-Speicherstandorten verknüpfen soll.
Das Projekt unterstützt die Aramis-CCS-Infrastruktur und steht im Einklang mit dem Porthos-CCS-Programm. Porthos wird abgetrenntes CO₂ in erschöpfte Gasfelder unter der Nordsee transportieren und lagern. Die Partner streben zudem eine Beschleunigung des Aufbaus eines europäischen CO₂-Transport- und Speichersystems an.
Die Ankündigung erfolgte während eines Besuchs des niederländischen Königs Willem-Alexander und des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Die Vereinbarung unterstreicht die Notwendigkeit einer engeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, um der Industrie großtechnische Kohlenstoffmanagement-Optionen zu bieten.
Die Absichtserklärung markiert einen Fortschritt bei der Vernetzung von CO₂-Abscheidungsprojekten über Ländergrenzen hinweg. Sie wird dazu beitragen, die Offshore-CO₂-Speicherkapazitäten auszubauen und die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben. Das Netzwerk soll eine zentrale Rolle im europäischen Übergang zu geringeren Emissionen spielen.






