03 April 2026, 16:06

Europas Autoindustrie verliert global an Boden – Deutschlands Strategie gegen den Niedergang

Schwarzes und weißes Foto einer Berliner Straße in den 1930er bis 1940er Jahren, das alte Autos, Fußgänger, Gebäude mit Fenstern, Bäume und einen klaren Himmel zeigt.

Europas Autoindustrie verliert global an Boden – Deutschlands Strategie gegen den Niedergang

Europas Anteil an der weltweiten Automobilproduktion ist in den letzten zwei Jahrzehnten stark gesunken. Im Jahr 2000 entfielen noch 36 % aller Pkw-Neuzulassungen auf die Region, doch bis 2024 war dieser Wert auf nur noch 18,5 % geschrumpft. Deutschland, einst der dominierende Hersteller auf dem Kontinent, verzeichnete seit 2015 einen Rückgang der Produktion um fast ein Drittel.

2024 fertigten Werke in der EU und im Vereinigten Königreich rund 12,5 Millionen Fahrzeuge – fast vier Millionen weniger als 2015. Allein in Deutschland brach die Produktion um 29 % ein, von 5,7 Millionen auf nur noch vier Millionen Fahrzeuge. Auch der deutsche Anteil an den in Europa hergestellten und verkauften Autos sank von 39 % im Jahr 2015 auf 34,6 % 2024. Dennoch bleibt Deutschland ein zentraler Akteur im Bereich Elektrofahrzeuge und belegt global Platz zwei hinter China.

Chinas Aufstieg hingegen war atemberaubend: Zwischen 2015 und 2024 stieg die Pkw-Produktion des Landes um 30 % auf 27,48 Millionen Fahrzeuge im vergangenen Jahr. Auch die Türkei und Marokko bauten ihre Kapazitäten um 50 % aus und produzierten 2024 jeweils rund 1,5 Millionen Autos. Die Tschechische Republik kletterte ebenfalls in der Rangliste nach oben und ist mittlerweile drittgrößter Automobilproduzent Europas – nach Spanien und Deutschland.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt Deutschland auf seine Premium-Sparte und treibt gleichzeitig die politische Unterstützung für den Umstieg auf Elektromobilität voran. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, darunter ein Förderprogramm für Elektrofahrzeuge, das rund 800.000 Autos umfasst. Weitere Reformen wie ein Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz und Lieferkettenregulierungen sollen die Bürokratiekosten für Unternehmen um 25 % senken. Zudem wird ab Juli 2026 eine reduzierte Luftverkehrssteuer greifen, die die Ticketpreise für Passagiere um 2,50 bis 11,40 Euro pro Flug senken wird.

Derzeit werden 30 % der in Deutschland produzierten Pkw außerhalb Europas exportiert – ein Beleg für die starke Abhängigkeit des Landes von internationalen Märkten.

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Der Rückgang der europäischen Automobilproduktion spiegelt tiefgreifende Verschiebungen in der globalen Branche wider. Während China die Produktion dominiert und aufstrebende Märkte wie die Türkei und Marokko expandieren, wird Deutschlands Fokus auf Premium- und Elektrofahrzeuge entscheidend sein. Staatliche Förderung und weniger Bürokratie könnten helfen, die Position zu stabilisieren – doch die Herausforderung, verlorenes Terrain zurückzugewinnen, bleibt bestehen.

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