Buchhandlung in Bremen verliert Preis wegen provokanter Fassade und kontert mit Minister-Zitaten
Jonas SchmittBuchhandlung in Bremen verliert Preis wegen provokanter Fassade und kontert mit Minister-Zitaten
Ein kleines Buchgeschäft in Bremen ist nach einem umstrittenen Redesign von einem nationalen Preis ausgeschlossen worden. Kulturminister Wolfram Weimer strich die „Goldene Buchhandlung“ von der Shortlist für den Deutschen Buchhandlungspreis 2026. Der Laden hatte zuvor einen als verfassungswidrig eingestuften Slogan ausgestellt.
An der Fassade des Buchgeschäfts prangte einst der Spruch „Deutschland verrecke bitte“. Dies führte zu Kritik und schließlich zum Ausschluss vom Wettbewerb. Als Reaktion ließ die Inhaberin Ausma Zvidrina die Außenfassade des Ladens radikal umgestalten.
Am Samstagnachmittag brachten sechs Personen ein großes Stofftransparent am Giebel des Gebäudes an. Die neue Gestaltung zeigt nun Zitate von Weimer – allesamt als verfassungskonform geprüft. Ein riesiges Porträt des Ministers sowie seine Bücher zieren nun das Schaufenster.
Trotz der Änderungen erklärte Zvidrina, dass das Geschäft Weimers Werke nicht ins Sortiment aufnehmen werde. Auf die Frage, ob das Redesign den Laden von linksextremen Positionen distanziere, lachte sie nur.
Die Buchhandlung erhielt ein Zertifikat als „beste Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“. Unklar bleibt, wie sich der Ausschluss auf ihren Ruf auswirken wird. Die neue Fassade und die Schaufenstergestaltung sind nun in Bremen öffentlich zu sehen.






