Bielefeld verzeichnet 32 % mehr politisch motivierte Straftaten im Jahr 2024
Philipp KrügerBielefeld verzeichnet 32 % mehr politisch motivierte Straftaten im Jahr 2024
Die Bielefelder Polizei hat ihren Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) veröffentlicht. Darin wird ein Anstieg der Straftaten um 32,2 Prozent auf insgesamt 1.163 Fälle verzeichnet. Rechtsextremismus war dabei ein zentraler Treiber – insbesondere bei Hasskriminalität im Netz und antisemitischen Vorfällen.
Die Gesamtzahl der PMK-Delikte in Bielefeld stieg 2024 auf 1.163 an, ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Rechtsextreme Motive dominierten, doch auch andere ideologische Strömungen trugen zur Entwicklung bei. Trotz des Anstiegs blieb die Aufklärungsquote mit 36,54 Prozent stabil und entspricht damit den Werten der Jahre 2019 bis 2024.
Gewalttätige PMK-Straftaten gingen hingegen stark zurück – von 58 auf nur noch 22 Fälle. Gleichzeitig nahmen nicht-gewalttätige Delikte, vor allem im digitalen Raum, deutlich zu. PMK-Vorfälle in Zusammenhang mit sozialen Medien stiegen um 72,9 Prozent auf 166 Fälle an. Davon waren 99 Hasspostings, von denen mehr als die Hälfte dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurden.
Antisemitische Straftaten machten 56 der registrierten Fälle aus, keiner davon war gewalttätig. Alle wurden als Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 des Strafgesetzbuchs eingestuft. 34 dieser Taten gingen auf rechtsextreme Motive zurück.
Der vollständige Bericht steht auf der Website der Bielefelder Polizei zur Verfügung. Für Medienanfragen ist die Pressestelle im Polizeipräsidium zuständig.
Die Daten für 2024 zeigen einen klaren Wandel in der PMK-Lage: Während Hasskriminalität im Internet rasant zunimmt, gehen gewalttätige Vorfälle zurück. Rechtsextremismus bleibt dabei ein prägender Faktor – sowohl bei antisemitischen als auch bei allgemeinen PMK-Delikten. Die Polizei beobachtet diese Entwicklungen weiterhin genau.






