Apotheker kämpft um Existenz nach 87.000-Euro-Rückforderung durch Krankenkasse
Jonas SchmittApotheker kämpft um Existenz nach 87.000-Euro-Rückforderung durch Krankenkasse
Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, steht vor einer Existenzkrise, nachdem eine regionale Krankenkasse fast 90.000 Euro an Rückforderungen von ihm verlangt. Der Streit dreht sich um zwei hochpreisige Rezepte für das Krebsmedikament Idhifa, die die Kasse unter Verstoß gegen deutsche Apothekenvorschriften ausgestellt sieht. Fehske hat nun rechtliche Schritte eingeleitet und argumentiert, dass die Strafe sein Geschäft und seine Leidenschaft für den Beruf bedroht.
Die Probleme begannen, als Fehske demselben Patienten zwei separate Rezepte für Idhifa ausstellte. Die AOK Nordwest warf ihm später vor, eine "unwirtschaftliche Überversorgung" mit dem Medikament nicht verhindert zu haben. Daraufhin forderte die Kasse die vollständige Rückerstattung für beide Rezepte zurück – insgesamt über 87.000 Euro.
Fehske bezeichnet die Rückforderung als "harten Schlag" und gibt zu, dass sie ihn schlaflose Nächte kostet und seine Zukunft als Apotheker infrage stellt. Für ihn stellt die finanzielle Forderung die größte Bedrohung für das Überleben seines Betriebs dar.
Der Fall wurde in einer Anhörung des Landtags Nordrhein-Westfalen behandelt, wo die AOK Nordwest und ihre Aufsichtsbehörde die Entscheidung verteidigten. Sie bestanden darauf, dass die vollständige Rückforderung nach der Apothekenbetriebsordnung gerechtfertigt sei.
Zu Fehskes Frustration kommt hinzu, dass eine Mitarbeiterin seiner Apotheke – eine ausgebildete pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin – kürzlich ihren Rücktritt ankündigte. Sie plant, in die Rückforderungsabteilung einer Krankenkasse zu wechseln – ein Schritt, der ihn zusätzlich verunsichert.
Mittlerweile hat Fehske Klage gegen die Rückforderung eingereicht. Er hält die Strafe für unverhältnismäßig und ungerecht. Das Urteil wird entscheiden, ob er den vollen Betrag zurückzahlen muss oder ob die Entscheidung der Kasse kassiert wird. Bis dahin lasten die finanzielle Belastung und die berufliche Unsicherheit schwer auf ihm und seinem Betrieb.






