21 March 2026, 02:05

ABC stoppt The Bachelorette nach Gewaltvideo – ein radikaler Bruch mit der Tradition

Plakat mit schwarzem Hintergrund, das eine Frau in einem weißen Kleid mit blauer Stola und weißem Federhut zeigt, die in einem Feld gelber Blumen unter einem blauen Himmel steht, Text lautet "The Bachelor of Arts Vacation August-September Number" in weißer fetter Schrift mit goldenem Rand.

ABC stoppt The Bachelorette nach Gewaltvideo – ein radikaler Bruch mit der Tradition

ABC setzt gesamte Staffel von The Bachelorette nach Gewaltvideo ab

ABC hat die gesamte kommende Staffel von The Bachelorette abgesagt, nachdem ein Video aufgetaucht ist, das die Protagonistin Taylor Frankie Paul bei einem Angriff auf ihren Ex-Partner im Jahr 2023 zeigt. Die Entscheidung ist ein ungewöhnlicher Schritt für das Format, das bisher auf Skandale meist mit internen Maßnahmen reagierte, ohne ganze Staffeln zu streichen.

Die langjährige Dating-Show steht seit Jahren in der Kritik – wegen mangelnder Vielfalt, unzureichender Repräsentation und der Behandlung von Teilnehmer*innen aus marginalisierten Gruppen. Der aktuelle Vorfall reiht sich ein in eine Geschichte öffentlicher Empörung und interner Aufarbeitung.

Anlass für die Absage war die Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2023, das zeigt, wie Taylor Frankie Paul ihren ehemaligen Partner*in in Gegenwart ihres kleinen Kindes körperlich angreift. Bisher hatte das Franchise auf ähnliche Kontroversen – etwa rassistisches Verhalten oder diskriminierende Äußerungen – meist mit nachträglichen Schnitteingriffen oder Stellungnahmen reagiert, statt ganze Staffeln einzustellen.

Diversität bleibt ein DauerbrennerThe Bachelor und The Bachelorette kämpfen seit Langem mit Vorwürfen mangelnder Inklusion. Erst 2017 wurde Rachel Lindsay nach jahrelangen Fan-Kampagnen zur ersten schwarzen Protagonistin der Show, 2020 folgte mit Matt James der erste schwarze Bachelor. 2024 wurde Jenn Tran als erste asiatisch-amerikanische Hauptfigur besetzt – ein Meilenstein, der die Debatte um Repräsentation neu entfachte. Doch Teilnehmerinnen und Protagonistinnen of Color sehen sich immer wieder rassistischer Hetze ausgesetzt, von Online-Belästigung bis zu pauschaler Vorverurteilung durch das Publikum.

Skandale als Begleiterscheinung Die Show war bereits mehrfach in schwere Kontroversen verwickelt: 2014 löste der damalige Bachelor Juan Pablo Galavis Empörung aus, als er behauptete, ein schwuler oder bisexueller Mann dürfe die Serie nicht anführen, und Homosexuelle als "irgendwie perverser" bezeichnete. 2019 sorgte eine Folge von The Bachelorette in Singapur für Kritik, nachdem Kandidat*innen lokales Essen verspotteten – ein Beispiel für kulturelle Ignoranz. 2021 trat der langjährige Moderator Chris Harrison nach einer umstrittenen Stellungnahme zurück: Er hatte die Teilnehmerin Rachael Kirkconnell verteidigt, deren Vergangenheit eine "Antebellum"-Plantagen-Party und ein Kostüm mit Native-American-Bezug umfasste.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

ABC setzt ein Zeichen – doch die Systemfrage bleibt Die Streichung der Staffel unterstreicht die anhaltenden Probleme des Franchise mit Verantwortung und Inklusion. Während ABCs Schritt eine neue Härte im Umgang mit schwerwiegendem Fehlverhalten signalisiert, wurden frühere Vorfälle – von Rassismus bis zu homophoben Äußerungen – oft ohne solche Konsequenzen "gemanagt". Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Show unter wachsendem Druck steht, ihr Erbe aus Unterrepräsentation und kultureller Unempfindlichkeit aufzuarbeiten.

Quelle