Willichs Stadtrat beschließt Haushalt 2026 – trotz 25-Millionen-Defizit und Kita-Streit
Jonas SchmittWillichs Stadtrat beschließt Haushalt 2026 – trotz 25-Millionen-Defizit und Kita-Streit
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt 2026 in einer zügigen Sitzung von weniger als zwei Stunden Dauer verabschiedet. Alle Fraktionen hielten sich strikt an eine Redezeitbegrenzung von fünf Minuten, was eine einstimmige Abstimmung ermöglichte. Doch der Haushalt offenbart ein Defizit von 25 Millionen Euro – ein alarmierendes Signal für die finanzielle Stabilität der Stadt.
Die Entscheidung des Rates erfolgte, nachdem die Fraktionen von SPD und Grünen ihre Zustimmung gegeben hatten, beide jedoch auf die sich verschlechternde Haushaltslage der Stadt hinwiesen. Die SPD betonte die Notwendigkeit einer Haushaltskonsolidierung, warnte zugleich aber davor, Familien zusätzlich zu belasten. Die Grünen begrüßten zwar die Verabschiedung des Haushalts, forderten jedoch dringende Maßnahmen, um das wachsende Defizit zu bekämpfen.
Eltern in Willich reagierten verärgert auf die geplanten Änderungen bei den Kita-Gebühren. Der Rat hielt zwar an der Regelung fest, Geschwisterermäßigungen nicht zu gewähren, erhöhte jedoch die jährliche Anpassung der Tagesstättengebühren von zwei auf drei Prozent. Der Jugendhilfeausschuss hatte zuvor sowohl die Geschwistergebühren als auch die höhere Kostenanpassung abgelehnt – doch der Rat setzte letztere dennoch durch.
Die SPD brachte zudem konkrete Sparvorschläge für 2026 ein, die sich auf nicht zwingend notwendige Ausgaben und freiwillige Leistungen konzentrieren. Zwar begrüßte die Partei die Einführung des Bauturbos, um den sozialen Wohnungsbau zu beschleunigen, kritisierte aber die Streichung des Zuschusses für das Deutschlandticket für anspruchsberechtigte Studierende.
Der Haushalt tritt im Juli rechtlich in Kraft, doch die Abhängigkeit der Stadt von Liquiditätskrediten nimmt weiter zu. Die finanziellen Belastungen bleiben ein zentrales Thema, während die Verwaltung die Umsetzung vorbereitet.
Der Haushalt 2026 steht nun fest, doch die Herausforderungen bleiben. Steigende Kita-Gebühren und ein 25-Millionen-Defizit werden die finanziellen Entscheidungen der Stadt in den kommenden Monaten prägen. Die nächsten Schritte des Rates werden zeigen, wie Willich zwischen Sparzwängen und der Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger abwägt.






