Willich: Eltern kämpfen um gestrichene Kita-Neubauten und kurze Betreuungswege
Jonas SchmittWillich: Eltern kämpfen um gestrichene Kita-Neubauten und kurze Betreuungswege
Eltern und Kita-Befürworter in Willich fordern von Bürgermeister Pakusch Antworten, nachdem zwei geplante Kindertagesstätten gestrichen wurden. Die Sorge über längere Fahrzeiten für Familien wächst – nun richteten sie einen zweiten offenen Brief an die Stadt. Dies folgt auf monatelange unbeantwortete Fragen zur Kinderbetreuungssituation in der Region.
Bereits im März hatten Elternvertreter und der Förderverein Kita Alperof einen ersten offenen Brief an den Bürgermeister geschickt – vergeblich. Nun verlangt ein weiteres Schreiben Klarheit über die Behauptung der Stadt, dass Familien mit längeren Anfahrtswegen zu Betreuungseinrichtungen rechnen müssten.
Die Absage der beiden Neubauprojekte ist auf Haushaltskürzungen und sinkende Anmeldezahlen zurückzuführen. In den vergangenen fünf Jahren ging die Zahl der in Willicher Kitas betreuten Kinder um etwa 14 Prozent zurück – von 2.800 auf 2.400. Als Gründe nennt die Stadtverwaltung demografische Veränderungen, niedrigere Geburtenraten und wirtschaftliche Unsicherheit nach der Pandemie. Zudem habe der Ausbau der Ganztagsbetreuung den Gesamtbedarf an Plätzen verringert.
Einziges verbleibendes kommunales Bauvorhaben ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in dem die Kita Alperof untergebracht werden soll. Doch die Einbindung eines externen Investors wirft Fragen zur Transparenz der Finanzierung und zur Rolle der Stadt auf. Unterdessen gewinnt die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" an Fahrt und betont die Notwendigkeit lokaler Betreuungsangebote.
Eltern und der Förderverein haben Bürgermeister Pakusch nun zu einem offenen Dialog eingeladen. Sie suchen nachhaltige Lösungen, um eine zugängliche Kinderbetreuung für Willicher Familien zu sichern.
Die Stadt steht weiterhin unter Druck, den Betreuungsmangel zu beheben und ihre Entscheidungen zu erklären. Mit nur einer neuen Einrichtung in Planung fordern Familien und Aktivisten konkrete Konzepte. Das Ergebnis des vorgeschlagenen Gesprächs mit dem Bürgermeister könnte die künftige Kinderbetreuung in Willich prägen.






