Wie Aachen mit dem "Aachener Modell" die deutsche Energiewende startete
Philipp KrügerWie Aachen mit dem "Aachener Modell" die deutsche Energiewende startete
25 Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz: Wie eine kleine Stadt die deutsche Energiewende prägte
Am 1. April jährte sich das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 25. Mal. Das Gesetz revolutionierte die Art und Weise, wie Deutschland sauberen Strom erzeugt. Seine Wurzeln liegen in einer kleinen Stadt – und in dem beharrlichen Einsatz eines einzelnen Aktivisten.
Die Idee entstand in den frühen 1990er-Jahren in Aachen. Der Solarförderverein Deutschland (SFV) schlug ein radikales Konzept vor: feste, kostendeckende Vergütungen für jede Kilowattstunde Ökostrom, die ins Netz eingespeist wird. Wolf von Fabeck, damals Geschäftsführer des SFV, trieb die Idee voran.
Am 30. September 1992 beschloss der Aachener Stadtrat das sogenannte „Aachener Modell“. Damit konnten Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 1.000 Kilowatt ans Netz angeschlossen werden. Bis Ende 1999 hatte die Stadt rund 125 kleine Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 650 Kilowatt gefördert.
Der erste Vertrag über kostendeckende Einspeisevergütungen wurde im Juni 1995 in Aachen unterzeichnet. Das lokale Experiment bewies: Das Modell funktionierte. Später wurde es zur Grundlage für eine bundesweite Regelung. 2000 und 2004 verankerte der Gesetzgeber das EEG im deutschen Recht – und übertrug das Aachener Prinzip auf das ganze Land.
Von Fabecks Rolle bleibt dabei zentral. Er gilt als treibende Kraft hinter dem Prinzip der Einspeisevergütung. Sein Engagement verwandelte eine lokale Initiative in eine Politik, die die Energieerzeugung in Deutschland grundlegend veränderte.
Das 25-jährige Jubiläum des EEG unterstreicht seine nachhaltige Wirkung. Was als Versuch in Aachen begann, wurde zum Eckpfeiler der deutschen Energiewende. Heute lebt das Erbe des Gesetzes in der flächendeckenden Nutzung erneuerbarer Energien weiter.






