16 March 2026, 22:04

Wasserstoffbranche kämpft mit sinkenden Ölpreisen und strategischem Wandel

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" besagt und für die Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 wirbt.

Wasserstoffbranche kämpft mit sinkenden Ölpreisen und strategischem Wandel

Europäische Wasserstoffunternehmen passen ihre Strategien an, während die Ölpreise von 85 auf 62 Dollar pro Barrel stürzen

In den vergangenen sechs Monaten sind die Ölpreise von 85 auf 62 Dollar pro Barrel gefallen – eine Entwicklung, die europäische Wasserstofffirmen wie ITM Power, McPhy Energy und Plug Power Europe zum Umdenken zwingt. Statt großer Investitionen konzentrieren sie sich nun darauf, die Kosten für Elektrolyseure zu senken und grünen Wasserstoff nach Asien zu exportieren. Doch die Stimmung unter Investoren bleibt verhalten.

Preisverfall zwingt zur Neuausrichtung Zwischen September 2025 und März 2026 hat der Ölpriesrückgang die Wasserstoffbranche unter Druck gesetzt. Die Unternehmen haben die Kosten für Elektrolyseure um 15 bis 20 Prozent gedrückt und setzen stattdessen auf kostengünstige Exporte in asiatische Märkte. Gleichzeitig wurden stationäre Energieprojekte im Wert von über 500 Millionen Euro auf Eis gelegt – Investoren zeigen sich zurückhaltend.

Aktienkurse spiegeln die Unsicherheit wider Die Börsenentwicklung unterstreicht die Nervosität: Die Aktie von ITM Power eröffnete mit einem Minus von 2,1 Prozent bei 0,73 Euro, obwohl es Anzeichen für eine mögliche Erholung gibt. Nel ASA, das mit schwachen Aufträgen und sinkenden Umsätzen kämpft, verbuchte dagegen ein Plus von 2,5 Prozent auf 0,192 Euro in Stuttgart – bleibt aber nahe dem Allzeittief von 0,17 Euro. Eine Kerngruppe von Anlegern hält trotz des Abschwungs an ihren Anteilen fest.

Auch Bloom Energy verlor 1,7 Prozent und notierte bei 154,51 Dollar, nachdem Investoren enttäuscht von langsameren als erwarteten Vertragsabschlüssen zurückzogen. Zwar kündigte ITM Power kürzlich eine finale Investitionsentscheidung für ein Großprojekt an, doch Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit bleiben. Die Stadt Bielefeld hingegen bleibt dem Wasserstoff engagiert und wertet aktuelle Rückschläge als typische Anfangsschwierigkeiten.

Gemischte Signale am Markt Während der Ölpriesrückgang neue Chancen für Wasserstofffirmen eröffnen könnte, wachsen die Sorgen über Überinvestitionen in KI und die Frage, ob einige Unternehmen ihre Bewertungen rechtfertigen können.

Die Branche setzt nun auf Kostensenkungen und Asien-Exporte, während europäische Projekte aufgeschoben werden. Die Aktienkurse bleiben volatil – einige Investoren halten trotz schwacher Finanzkennzahlen stand. Ob aus den strategischen Weichenstellungen stabiles Wachstum wird, entscheidet über die Zukunft des Sektors.

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