Warum wir dringend weniger Meinungen brauchen – eine radikale Idee
Überall begegnen uns Meinungen – in Talkshows, in Online-Foren oder im Alltagsgespräch. Ständig werden sie geteilt, und wer seine Gedanken für sich behält, wirkt fast schon altmodisch. Ein Mangel an Meinungen wird es auf dieser Welt nie geben.
Innerhalb einer einzigen Woche hörte der Autor vehemente Standpunkte zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und sogar zum Wahlrecht für Katzen. Andere Themen reichten von Ananas auf Pizza über vegane Torwarthandschuhe bis hin zu achtsamem Atmen – Letzteres lässt den Autor nach wie vor skeptisch zurück.
Eine verspieltere Idee wirft die Frage auf, ob nicht auch die Natur den Menschen bewerten könnte: Kakteen, die sich über Modetrends beschweren, oder Mücken, die ihre Stiche nach Sternchen bewerten. Manche glauben, dass Menschen die Natur gerade deshalb aufsuchen, weil sie zu ihren Entscheidungen schweigend Stillschweigen bewahrt. Wer mehr als drei Meinungen äußern möchte, bräuchte demnach wohl die Erlaubnis eines Rebhuhns.
Der Autor schlägt eine Lösung vor: Jeder sollte sich auf drei Meinungen pro Tag beschränken. Diese Regel könnte helfen, die Flut an persönlichen Ansichten einzudämmen. Ziel ist es, die Verbreitung von Meinungen in einer ohnehin lauten Welt zu verlangsamen. Die Natur bliebe zumindest neutral. Die Regel würde Meinungen nicht gänzlich unterbinden, aber vielleicht weniger erdrückend machen.
