Vom Märchen zur Tragödie: Das rätselhafte Erbe der Neverland Ranch
Philipp KrügerVom Märchen zur Tragödie: Das rätselhafte Erbe der Neverland Ranch
Michael Jackson wurde in den 1960er-Jahren als Mitglied der Jackson 5 weltberühmt und avancierte später zum globalen Pop-Ikone. Sein Album Thriller aus dem Jahr 1982 festigte seinen Ruf als "King of Pop". Doch seine späteren Jahre waren von Skandalen, juristischen Auseinandersetzungen und der Schaffung seines berüchtigten Anwesens Neverland Ranch geprägt.
Ende der 1980er-Jahre erwarb Jackson ein riesiges, 1.100 Hektar großes Grundstück in der Nähe von Los Olivos, Kalifornien, für 19,5 Millionen Dollar. Er taufte es in Neverland Ranch um – inspiriert von der magischen Welt aus Peter Pan, in der Kinder nie erwachsen werden. Das Anwesen umfasste ein privates Kino, ein Tanzstudio, einen Bahnhof, einen Streichelzoo, eine Spielhalle und sogar einen kleinen Freizeitpark. Jackson sagte einmal, die Gestaltung sei einfach gewesen, weil sie seine eigenen Kindheitsleidenschaften widerspiegle – Dinge, die ihn begeistert hätten, würden, so glaubte er, auch anderen Kindern Freude bereiten.
Der erste große Skandal ereignete sich 1993, als der 13-jährige Jordan Chandler Jackson der sexuellen Belästigung beschuldigte. Der Fall wurde im folgenden Jahr außergerichtlich geregelt, wobei Berichte von einer Abfindung in Höhe von über 20 Millionen Dollar sprachen. Ein Jahrzehnt später, 2003, wurde Jackson erneut unter ähnlichen Vorwürfen verhaftet, was den Ruf von Neverland weiter beschädigte. Nach einem hochkarätigen Prozess im Jahr 2005 wurde er in allen Anklagepunkten freigesprochen.
Jacksons Leben endete abrupt am 25. Juni 2009, als er im Alter von 50 Jahren in einem anderen Haus in Los Angeles starb. Neverland Ranch, einst ein Symbol für Jacksons verspielte Kreativität, geriet in einen Strudel aus rechtlichen und persönlichen Turbulenzen. Sein Tod im Jahr 2009 markierte das Ende einer Ära für die Pop-Legende, deren Karriere vom Kinderstar zum weltweiten Ruhm – und schließlich zu tiefen Kontroversen – reichte.






