Ulrike Guérot verliert finale Kündigungsklage gegen Universität Bonn
Philipp KrügerPolitische Wissenschaftlerin Ulrike Guérot verliert erneut vor Gericht - Ulrike Guérot verliert finale Kündigungsklage gegen Universität Bonn
Ulrike Guérot, 61-jährige Politikwissenschaftlerin und scharfe Kritikerin der Regierungspolitik, hat ihre letzte juristische Schlacht gegen die Universität Bonn verloren. Das Landesarbeitsgericht Köln bestätigte ihre Kündigung und urteilte, dass ihr Verhalten während des Bewerbungsverfahrens die Entscheidung der Hochschule rechtfertige. Guérot, bekannt für ihre umstrittenen Positionen zu den COVID-19-Maßnahmen und dem Ukraine-Krieg, war bereits im Februar 2023 entlassen worden, nachdem Plagiatsvorwürfe aufkamen.
Die Universität Bonn hatte Guérot 2022 eingestellt, doch ihre Amtszeit währte nur kurz. Anfang 2023 stellten Verantwortliche fest, dass eine von ihr im Bewerbungsverfahren eingereichte Arbeit plagiierte Inhalte enthielt. Die Hochschule entließ sie kurz darauf wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens.
Guérot focht die Entscheidung an und argumentierte, ihre Entlassung sei ungerechtfertigt. Das Arbeitsgericht Bonn wies ihre Klage zunächst ab, und das jüngste Berufungsurteil bestätigte diese Entscheidung. Die Richter hielten ihr Verhalten während des Einstellungsprozesses für inakzeptabel und stärkten damit der Universität den Rücken.
Jenseits des Plagiatsfalls hatte Guérot bereits durch öffentliche Äußerungen von sich reden gemacht. Seit 2020 kritisierte sie die Pandemie-Politik, bezeichnete Lockdowns und Impfpflichten als autoritär und gründete mit die Europäische Akademie für demokratische Gesundheit, eine Initiative gegen staatliche Eingriffe während der Corona-Krise.
Ihre Haltung zum Ukraine-Krieg trug zusätzlich zur Kontroverse bei. Seit 2022 argumentiert sie gegen die NATO-Osterweiterung und deutsche Waffenlieferungen, deutet den Konflikt als Stellvertreterkrieg. Zwar unterstützt sie Friedensinitiativen wie die Friedensdelegation, doch Kritiker werfen ihr vor, in der öffentlichen Debatte die Rollen von Angreifer und Opfer zu verzerren.
Trotz der Entlassung bleibt Guérot eine polarisierende Figur. Ihr Buch Wer schweigt, stimmt zu und häufige Medienauftritte halten sie im Rampenlicht – ihre akademische Laufbahn in Bonn ist nun jedoch endgültig beendet. Das endgültige Urteil beendet den Rechtsstreit um ihre Kündigung und bestätigt, dass die Universität Bonn aufgrund des Bewerbungsfehlverhaltens rechtmäßig handelte. Guérot wird keine Position mehr an der Hochschule innehaben, doch ihre politischen Kommentare sorgen weiterhin für Diskussionen.






