Tischtennis-EM ohne Boll und Ovtcharov: Kann die neue deutsche Generation überzeugen?
Ida MüllerTischtennis-EM ohne Boll und Ovtcharov: Kann die neue deutsche Generation überzeugen?
Erste Europameisterschaft ohne Tischtennis-Legenden Boll und Ovtcharov beginnt am Sonntag in Zadar
Die erste Mannschafts-Europameisterschaft seit dem Rücktritt der Tischtennis-Legenden Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov startet am Sonntag in Zadar, Kroatien. Die deutsche Mannschaft, nun angeführt von Benedikt Duda, Dang Qiu und Patrick Franziska, geht vom 10. bis 17. September mit einer Mischung aus Erfahrung und neuen Herausforderungen an den Start.
Die Vorbereitungen auf das Turnier waren intensiv. Bundestrainer Jörg Roßkopf organisierte Trainingslager in Berlin und Willstätt, in denen körperliche Fitness, taktische Übungen für Topspin und Block sowie mentale Stärke durch Visualisierung und psychologisches Training im Mittelpunkt standen. Das Ziel ist klar: Höchstleistungen bei der EM.
Das einst für seinen Jugendlichen bekannt gewesene Männerteam bringt nun mehr Erfahrung mit. Boll, 44, gewann seine letzte WM-Medaille 2021, während Ovtcharov, 37, ebenfalls zurückgetreten ist. Ihre Abwesenheit macht Duda (31), Qiu (28) und Franziska (33) zum Kern der Mannschaft. Das Trio geht mit Weltranglistenplätzen 8, 14 und 15 ins Turnier.
Bei den Frauen führt Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann ein Team an, das mit den Männern mithalten könnte. Sabine Winter, Deutschlands beste Spielerin, hat mit 32 Jahren kürzlich Belag und Spielstil angepasst – ein Zeichen für Anpassungsfähigkeit. Nationaltrainerin Tamara Boros, eine Kroatin und letzte Europäerin mit einer Einzel-WM-Medaille (2003), begleitet die Mannschaft.
Das Turnier markiert auch eine Wende im olympischen Tischtennis: Das IOC hat beschlossen, künftig die getrennten Mannschaftswettbewerbe der Männer und Frauen durch ein gemischtes Teamformat zu ersetzen.
Die deutschen Teams reisen mit einer starken Bilanz nach Zadar: neun EM-Titel, sechs WM-Finals und vier olympische Medaillen in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Meisterschaft wird zeigen, wie sich die neu formierte Männermannschaft ohne Boll und Ovtcharov schlägt, während die Frauen an ihre jüngsten Erfolge anknüpfen wollen. Die Spiele laufen bis zum 17. September.






