18 March 2026, 00:45

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Eine evangelische Kirche steht in der Mitte einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche hat Pläne vorgestellt, seine Gebäude angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Finanzmittel umzugestalten. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis damit, nur noch die Hälfte seiner aktuellen finanziellen Ressourcen zur Verfügung zu haben – was schwierige Entscheidungen über Kirchen und Gemeinschaftszentren erfordert.

Eine von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe hat eine Strategie erarbeitet, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Die Vorschläge unterteilen die Immobilien in drei Kategorien: langfristige Erhaltung, weitere Prüfung oder Schließung der kirchlichen Nutzung.

Sieben zentrale Standorte sollen über 2035 hinaus als Gottesdienst- oder Begegnungsstätten aktiv bleiben. Dazu gehören die Evangelische Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche, die Dorper Kirche und die Gräfrather Evangelische Kirche. Auch das Gemeinschaftszentrum Höhscheid, das Gemeinschaftszentrum Wittenbergstraße sowie das Gemeinschaftszentrum Schützenstraße/Ritterstraße sind für den Erhalt vorgesehen.

Fünf Immobilien können mittelfristig jedoch nicht mehr gehalten werden. Die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert und die Evangelische Kirche Ketzberg werden geschlossen, ebenso wie das Gemeinschaftszentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche. Die Zukunft von fünf weiteren Einrichtungen – der Christuskirche, dem Gemeinschaftszentrum Rupelrath, der Evangelischen Kirche Mangenberg, dem Gemeindehaus Corinthstraße und der Stadtkirche Mitte – bleibt noch offen und wird weiter geprüft.

Zudem strebt die Kirche an, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten. Dafür sind erhebliche Investitionen in Sanierungen nötig. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte der Arbeitsgruppe für ihr Engagement.

Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird das Gebäudekonzept beraten. Spätestens bis Ende 2027 müssen die endgültigen Beschlüsse gefasst werden.

Die Pläne spiegeln die Notwendigkeit wider, sich an finanzielle und demografische Zwänge anzupassen. Einige Gebäude werden geschlossen, andere erhalten Nachrüstungen für mehr Nachhaltigkeit. Die nächsten Schritte hängen von den Synodenberatungen und den finalen Abstimmungen bis Ende 2027 ab.

AKTUALISIERUNG

Luthers Zukunft: Kontroverse und kulturelle Erneuerung

Der Plan zur Schließung der Lutherskirche hat für Debatten gesorgt. Eine Ankündigung des Presbyteriums für 2026, die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste nach 2030 einzustellen, hat für Verwirrung in der Öffentlichkeit gesorgt. Unterstützer betonten, dass das Gebäude weiterhin geweiht bleiben und für spezielle Veranstaltungen sowie erweiterte kulturelle Aktivitäten genutzt werden wird. Wichtige Details sind:

  • "Die Lutherskirche wird nicht aufgegeben", betonte Hansjörg Schweikhart und klärte Missinterpretationen von Medienüberschriften auf.
  • Finanzierungsmodelle zeigen keine direkten Subventionen für die Gebäudeunterhaltung, sondern stützen sich stattdessen auf Mitgliedertaxen.
  • Das kulturelle Programm wird erweitert, mit neuen Online-Angeboten und Social-Media-Initiativen, die 2026 gestartet werden.