Solingen plant höhere Kita-Gebühren – Wirtschaft warnt vor Familienflucht und Rückschritt
Ida MüllerSolingen plant höhere Kita-Gebühren – Wirtschaft warnt vor Familienflucht und Rückschritt
Pläne zur Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren in Solingen haben heftigen Widerstand ausgelöst. Lokale Wirtschaftsführer argumentieren, dass die Maßnahme Familien vertreiben und Frauen davon abhalten werde, nach der Elternzeit in den Beruf zurückzukehren. Kritiker werfen der Stadt vor, mit der Gebührenpolitik einseitig die Eltern zu belasten, statt die eigenen Verwaltungskosten zu senken.
Bürgermeister Tim Kurzbachs Vorschlag, die Kita-Gebühren anzuheben, stößt vor allem bei zwei prominenten Vertretern der Wirtschaft auf scharfe Ablehnung. Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Solinger Mittelstandsverbands, warnte, dass höhere Kosten Familien dazu bringen könnten, die Stadt zu verlassen. Sie verwies darauf, dass benachbarte Kommunen kaum oder gar keine Gebühren erheben – ein klarer Wettbewerbsnachteil für Solingen.
Marc Westkämper, stellvertretender Vorsitzender desselben Verbands, nannte die geplante Erhöhung „rückschrittlich und frauenfeindlich“. Seiner Meinung nach würden drastische Gebührensprünge Müttern die Rückkehr in den Job nach der Geburt zusätzlich erschweren. Sowohl Steingruber als auch Westkämper kritisierten den Bürgermeister, dass er statt der Eltern die Verwaltung entlasten solle – etwa durch Personalabbau im Verwaltungsapparat.
Westkämper ging noch weiter und bezeichnete den Plan als „gesellschaftlichen Rückschritt“. Die Maßnahme werde berufstätige Familien belasten und den Ruf Solingens als lebenswerte Stadt für Familien nachhaltig beschädigen.
Die geplanten Gebührenerhöhungen sehen sich nun massivem Widerstand der Wirtschaft gegenüber. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Haushaltskassen von Familien belasten und die Erwerbstätigkeit von Eltern – insbesondere von Müttern – beeinträchtigen. Die Debatte wirft zudem die Frage auf, wie Solingen sein Budget im Vergleich zu anderen Städten bewirtschaftet.






