30 May 2026, 20:03

Solingen diskutiert Katastrophenvorsorge: Was hat sich seit der Flut 2021 verändert?

FDP führt spannende Diskussion zum lokalen Katastrophenschutz

Solingen diskutiert Katastrophenvorsorge: Was hat sich seit der Flut 2021 verändert?

Podiumsdiskussion zur Katastrophenvorsorge in Solingen: Fortschritte und offene Baustellen

Am Dienstagabend fand in Solingen eine Podiumsdiskussion zum Thema Katastrophenvorsorge statt. Die von der Freien Demokratischen Partei (FDP) organisierte Veranstaltung brachte lokale Verantwortungsträger und Fachleute zusammen, um Lehren aus der Flutkatastrophe 2021 zu ziehen und aktuelle Herausforderungen zu erörtern. Moderiert wurde die Runde von Thorsten Kabitz, organisiert von Ute Klein. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl erreichte Fortschritte als auch weiterhin bestehende Defizite.

Jan Welzel, Leiter der öffentlichen Ordnung in Solingen, betonte, dass die Stadt heute deutlich besser auf Notfälle vorbereitet sei als noch 2021. Er unterstrich die Notwendigkeit größerer „Resilienz“ und rief die Bürgerinnen und Bürger auf, grundlegende Vorräte für den Krisenfall anzulegen. Gleichzeitig kritisierte er eine „umfassende Versicherungsmentalität“, bei der viele davon ausgingen, der Staat werde jede Krise ohne eigenes Zutun bewältigen.

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Dr. Ottmar Müller, Chef der Solinger Feuerwehr, räumte ein, dass die Stadt während der Flut 2021 vergleichsweise gut vorbereitet gewesen sei. Nicht alles habe jedoch wie geplant funktioniert, gab er zu. Dr. Werner Pfeil, Vorsitzender des Rechtsausschusses in Nordrhein-Westfalen, hingegen monierte, der Staat hätte die Bevölkerung deutlich früher warnen müssen. Zudem forderte er mehr finanzielle Mittel von Land und Bund, um die Katastrophenvorsorge zu stärken.

Auch neuere Bedrohungsszenarien kamen zur Sprache: Bürger äußerten Besorgnis über das wachsende Waldbrandrisiko in Solingen. Die jüngsten Brände in Südeuropa haben die Sorgen vor lokalen Schwachstellen verschärft. Yvonne Henn, Koordinatorin für Katastrophenmanagement in der Stadt, sah darin jedoch auch eine Chance, „proaktiv“ zu handeln, statt nur auf Krisen zu reagieren.

Die Veranstaltung zeigte: Solingen hat bei der Notfallplanung Fortschritte gemacht, doch es bleiben Lücken. Die Verantwortlichen betonten den Bedarf an besserer Finanzierung, öffentlicher Aufklärung und Eigeninitiative. Nun steht die Stadt vor der Aufgabe, die Vorsorge an sich wandelnde Risiken wie Waldbrände anzupassen.

Quelle

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