04 April 2026, 16:05

RWE schafft Deutschlands tiefsten See – doch die Kritik bleibt laut

Detailreiche Weltkarte als Poster, die geplante Öl- und Gas-Pipelines zeigt, einschließlich der Routen durch Länder, wichtige Städte, Gewässer und erklärenden Text.

RWE schafft Deutschlands tiefsten See – doch die Kritik bleibt laut

Aus dem ehemaligen Tagebau Hambach wird ein gigantischer künstlicher See

Der Energiekonzern RWE verwandelt den früheren Braunkohletagebau Hambach in einen gewaltigen Stausee, der ab 2030 geflutet werden soll. Mit einer geplanten Tiefe von 365 Metern wird er schließlich den Bodensee als tiefsten See Deutschlands deutlich übertreffen. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen und der geplanten Wasserentnahme.

Der künftige See wird sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und mit seiner maximalen Tiefe den Bodensee – bisher mit 251,4 Metern Rekordhalter – um über 100 Meter überbieten. Trotz dieser Rekordtiefe bleibt der Bodensee flächenmäßig der größte und wasserreichste See des Landes.

Die Flutung soll 2030 beginnen, wobei das Wasser aus dem Rhein entnommen und über eine 45 Kilometer lange Pipeline von Elsdorf aus in das Becken geleitet wird. Das System wird bis zu 18.000 Liter pro Sekunde fördern. Bis 2033 soll ein Drittel der geplanten Tiefe erreicht sein, und bis 2040 wird eine Wasserfläche von 1.200 Hektar erwartet. Die volle Kapazität von geschätzten 3,6 Milliarden Kubikmetern wird voraussichtlich erst um 2080 erreicht sein.

Umweltverbände üben scharfe Kritik am Vorhaben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die Nutzung von Rheinwasser wegen möglicher chemischer Rückstände ab. Zudem steht das Projekt in der Tradition jahrelanger Kontroversen um RWEs Braunkohleabbau, durch den große Teile des Hambacher Forstes zerstört wurden. Konkrete Pläne zur ökologischen Renaturierung der betroffenen Gebiete liegen bisher nicht vor.

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Nach seiner Fertigstellung wird der See das Landschaftsbild der Region dauerhaft prägen. Seine Dimensionen setzen neue Maßstäbe, doch die ökologischen Bedenken bleiben ungelöst. RWE plant über Jahrzehnte – die endgültige Füllung wird erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts erwartet.

Quelle