Rheinbrücken in desolatem Zustand: Wirtschaft fordert rasche Sanierung der maroden Bauwerke
Philipp KrügerRheinbrücken in desolatem Zustand: Wirtschaft fordert rasche Sanierung der maroden Bauwerke
Viele der 23 Rheinbrücken zwischen Emmerich und Bonn sind in schlechtem Zustand und benötigen dringend Sanierungen. Allein die Josef-Kardinal-Frings-Brücke verursacht aufgrund ihrer eingeschränkten Kapazität jährlich wirtschaftliche Verluste in Höhe von rund 45 Millionen Euro. Wirtschaftsvertreter und Juristen fordern nun schnellere Lösungen, um die Instandsetzungen und Neubauten zu beschleunigen.
In den letzten fünf Jahren wurden lediglich sieben Brücken – darunter in Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn – saniert oder ersetzt. Doch die besonders wichtige Josef-Kardinal-Frings-Brücke wird erst 2035 vollständig neu gebaut sein. Sechs bis acht Jahre dieses Zeitplans sind allein für Planung und Vergabeverfahren vorgesehen.
Die Juristen Dr. Elmar Loer und Dr. Alexander Beutling schlagen vor, die Planungszeiten auf ein Jahr zu verkürzen. Sie empfehlen verbindliche öffentliche Zeitpläne, klare Ansprechpartner und interne Schlichtungsstellen, um Genehmigungsverfahren zu straffen. Zudem regen sie die Einrichtung eines spezialisierten Infrastruktur-Senats am Oberverwaltungsgericht Münster an, der Berufungen innerhalb von zwölf Monaten bearbeiten soll.
Auch die Wirtschaft drängt zum Handeln: Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, fordert bis Ende 2025 Gesetzesentwürfe, um die Planungszeiten zu halbieren. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, kritisiert das zögerliche Tempo bei den Ersatzbauten. Beide plädieren dafür, dass bei großen Infrastrukturprojekten künftig Gesamtvergaben statt Einzelvergaben üblich werden, um Zeit zu sparen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Brückensanierungen und -neubauten in der Rheinregion zu beschleunigen. Falls umgesetzt, könnten strengere Fristen, spezialisierte Gerichte und vereinfachte Vergabeverfahren Verzögerungen verringern. Das Ziel: Planungsphasen auf ein Jahr zu begrenzen und die dringendsten Bauvorhaben vorzuziehen.