RAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumungsdrohung und Neubebauung
Philipp KrügerRAW-Gelände in Berlin: Kulturoase zwischen Räumungsdrohung und Neubebauung
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel – ein seit Jahren schwelender Konflikt spitzt sich zu. Seit über einem Jahrzehnt streiten die Eigentümer, der Senat und die lokalen Behörden über die Pläne für das Areal, das nun von einer möglichen Neubebauung bedroht wird. Aktivisten fordern die Kurth-Gruppe auf, die Gespräche wieder aufzunehmen, um die kulturellen und sozialen Räume des Geländes zu erhalten.
Das RAW-Gelände war einst ein Reichsbahn-Ausbesserungswerk. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde es aufgegeben und später zu einem lebendigen Zentrum umgestaltet. Heute beherbergt es Dutzende Clubs, Bars, Ateliers, Sporteinrichtungen und kulturelle Veranstaltungsorte – darunter Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle und einen Flohmarkt.
Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren, um auf dem Gelände Wohnungen zu errichten. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und ob die historischen Hallen, in denen sich Clubs und Kulturstätten befinden, erhalten bleiben müssen. Einige Mieter, wie der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsaufforderungen für Teile der Räumlichkeiten erhalten – eine Zwangsräumung droht bereits ab nächster Woche.
Der Konflikt zieht sich seit Jahren hin, ohne dass eine Lösung in Sicht ist. Der Entwicklungsdruck der Kurth-Gruppe gefährdet nun die Existenz langjähriger Mieter. Aktivisten setzen sich weiterhin für Verhandlungen ein, um das kulturelle Erbe des Geländes zu sichern.
