16 March 2026, 18:09

Pflegereform 2026: Wie Deutschland die Kostenexplosion bei Pflegeheimen und Angehörigen stoppen will

Ein Plakat mit der Aufschrift 'Beende den Job: Gesundheit sollte ein Recht sein, nicht ein Privileg' und eine Karte mit den Worten 'Mache niedrigere Gesundheitskosten permanent und schließe die Versorgungslücke für amerikanische Familien' darauf gedruckt.

Pflegereform 2026: Wie Deutschland die Kostenexplosion bei Pflegeheimen und Angehörigen stoppen will

Deutschland treibt bis Ende 2026 eine Reform seines Pflegeversicherungssystems voran. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die steigenden Kosten einzudämmen und eine gerechtere Unterstützung für Pflegebedürftige zu gewährleisten. Derzeit müssen viele Betroffene hohe Eigenanteile tragen – egal, ob sie zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen versorgt werden.

Der Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland – 85,9 Prozent – wird zu Hause betreut, wobei mehr als die Hälfte ausschließlich auf Angehörige angewiesen ist. Diese leisten im Schnitt etwa 49 Stunden Pflege pro Woche, eine Arbeit, die mit rund 15 Euro pro Stunde zu bewerten wäre. Dennoch ist die häusliche Pflege mit hohen persönlichen Kosten verbunden: Die monatlichen Ausgaben liegen zwischen 340 und 7.441 Euro, im Median bei 2.085 Euro. Anders als in Pflegeheimen sinken diese Belastungen mit der Zeit nicht, und die Pflegeversicherung übernimmt sie nicht.

Für Bewohner von Pflegeheimen lagen die Eigenanteile 2024 im Durchschnitt bei über 3.200 Euro pro Monat, bis 2026 werden sogar 3.500 Euro erwartet. Diese Beträge umfassen Unterkunftskosten sowie Zuschläge zum Eigenanteil an den Pflegekosten (EEE). Der Bundesverband der Angehörigenpflege kritisiert das "skandalöse Ungleichgewicht" zwischen den Kosten für häusliche und stationäre Pflege und wirft dem System vor, Familien unzumutbar zu belasten.

Nach deutschem Recht hat die häusliche Pflege Vorrang – so sieht es Paragraf 3 des Elften Buches des Sozialgesetzbuchs (SGB XI) vor. Doch die finanzielle Überlastung der Familien bleibt ein zentrales Problem. Die geplante Reform soll diese Ungerechtigkeiten beheben und die Pflege langfristig tragfähiger gestalten.

Ziel der Reform ist es, die finanzielle Belastung für Einzelne und Familien zu verringern und gleichzeitig den Zugang zu Pflegeleistungen zu sichern. Da der Großteil der Pflege weiterhin zu Hause erfolgt, liegt der Fokus darauf, die Kosten zwischen ambulantem und stationärem Bereich auszugleichen. Der endgültige Plan soll bis Ende 2026 in Kraft treten.

Quelle