27 April 2026, 00:11

Papst Leo XIV. setzt mit moderner Kleidung neue Akzente im Vatikan

Porträt von Papst Johannes Paul II. in weißer Soutane und zucchetto, der vor einem weißen Hintergrund steht und eine friedliche Miene hat.

Papst Leo XIV. setzt mit moderner Kleidung neue Akzente im Vatikan

Papst Leo XIV. hat in seinem ersten Jahr als Oberhaupt der Kirche nicht nur durch seine geistliche Führung, sondern auch durch seinen markanten Stil von sich reden gemacht. Seine Kleidungswahl, die Tradition mit dezenten modernen Akzenten verbindet, hat weltweit Aufmerksamkeit erregt. Hinter diesem sorgfältig inszenierten Auftreten steht Filippo Sorcinelli, ein offen schwuler italienischer Modeschöpfer, der seit Langem das sartoriale Erbe des Vatikans prägt.

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Sorcinells Verbindung zur Kirche begann früh. Schon als Kind half er seiner Mutter, die örtliche Pfarrgemeinde zu reinigen – eine scheinbar kleine Aufgabe, die ihn letztlich dazu führte, Päpste einzukleiden. Im Laufe der Jahre arbeitete er für Papst Franziskus und Benedikt XVI. und entwickelte dabei einen unverwechselbaren Stil, der Ehrfurcht mit zeitgenössischen Elementen vereint.

Die Garderobe von Papst Leo XIV. spiegelt diese Philosophie wider. Zwar basiert sie auf klassischer päpstlicher Schneiderkunst – man denke an makellose weiße Soutanen und prunkvolle liturgische Gewänder –, doch sein Look umfasst auch moderne Details, etwa eine Apple Watch, die unter seinem Ärmel hervorschaut. Dieser Effekt ist bewusst gewählt: Es geht nicht um Mode, sondern um eine Form der "stillen Theologie", die Autorität ausstrahlen und die Botschaft der Kirche unterstreichen soll.

Für Sorcinelli waren Glaube und Identität nie ein Widerspruch. Trotz seiner offenen Homosexualität sieht er keinen Konflikt mit der katholischen Kirche, sondern konzentriert sich auf die Handwerkskunst, ihre Führer zu kleiden. Jeder Papst bringt eine eigene Persönlichkeit in sein Amt ein, und Leo XIV. findet mit seinem Stil die richtige Balance – traditionell, aber unaufdringlich, förmlich, ohne je protzig zu wirken.

Die Wirkung bleibt nicht auf den Vatikan beschränkt. 2025 zählte Vogue Papst Leo XIV. zu den 55 bestgekleideten Persönlichkeiten der Welt – ein seltenes Zusammentreffen von religiöser Symbolik und popkultureller Anerkennung.

Die Kleidung des Papstes sendet eine klare Botschaft: Jedes Detail, vom Stoff bis zum Accessoire, hat seinen Sinn. Indem er Erbe und leisen Fortschritt verbindet, stärkt sein Auftreten die Präsenz der Kirche in der modernen Welt. Sorcinells Arbeit sorgt dafür, dass die Botschaft selbst im Schweigen unmissverständlich bleibt.

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