12 March 2026, 04:07

Paderborner Dom enthüllt Mahnmal für Opfer sexualisierter Gewalt in der Kirche

Ein Buch mit Bildern der Inneneinrichtung, Kunstwerke und Texten zur Geschichte und Bedeutung der katholischen Kirche.

Studie beleuchtet sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Paderborner Dom enthüllt Mahnmal für Opfer sexualisierter Gewalt in der Kirche

Das Erzbistum Paderborn hat im Dom ein Mahnmal enthüllt, um die Opfer sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche zu würdigen. Dieser Schritt folgt auf eine unabhängige Studie, die am 12. März 2026 veröffentlicht wurde und systematische Versäumnisse von Kardinälen beim Schutz von Opfern zwischen 1941 und 2002 aufdeckte. Erzbischof Udo Markus Bentz bezeichnete das Mahnmal als einen wichtigen öffentlichen Schritt hin zu Dialog und Verantwortungsübernahme.

Die Studie, deren Veröffentlichung sich aufgrund der COVID-19-Pandemie verzögert hatte und deren Quellenmaterial erweitert worden war, zeigte, dass Kardinäle Täter gedeckt hatten, während sie die Opfer kaum beachteten. Bereits ein Vorbericht aus dem Jahr 2021 hatte diese Versäumnisse hervorgehoben. Die Untersuchung umfasste die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt und erstreckte sich über mehr als sechs Jahrzehnte.

Als Reaktion darauf ließ das Erzbistum am 2. März 2026 im Paderborner Dom ein Mahnmal errichten, das in Abstimmung mit Vertretern der Opfer gestaltet wurde. Erzbischof Bentz betonte dessen Bedeutung für das Gedenken an die Geschädigten und die Anerkennung institutioneller Fehlentwicklungen. Zudem kündigte das Erzbistum regionale Dialogveranstaltungen an und führt die Arbeit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung (UAK) fort, die seit Juni 2022 von Birgit Cirullies geleitet wird.

Eine zweite Studie, die sich auf den Zeitraum 2003 bis 2022 konzentriert, soll 2027 erscheinen. In dieser Phase wird die Amtszeit von Alt-Erzbischof Hans-Josef Becker untersucht. Frühere Erkenntnisse aus den Jahren 1946 bis 2014 hatten bereits 111 beschuldigte Personen und 197 Opfer identifiziert.

Das Mahnmal steht nun als sichtbares Zeichen für die Missbrauchsfälle der Vergangenheit und die Rolle der Kirche dabei. Weitere Untersuchungen und Dialogformate sind geplant, wobei die nächste Studie vertiefte Einblicke in die jüngeren Jahrzehnte liefern soll. Das Erzbistum hat sich zu einer fortlaufenden Zusammenarbeit mit Opfervertretern und Forschenden verpflichtet.

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