17 April 2026, 12:05

NRW setzt auf Solarausbau – doch neue Öko-Regeln sorgen für Streit

Luftaufnahme einer Solaränlage mit Solarpanelen auf einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer näheren Eisenbahnüberschneidung.

NRW setzt auf Solarausbau – doch neue Öko-Regeln sorgen für Streit

Nordrhein-Westfalen hat ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Solarenergie gesetzt. Der Bundesland plant, seine Photovoltaik-Kapazität von derzeit 13,21 Gigawatt auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 auszubauen und bis 2040 auf 50 Gigawatt zu steigern. Um dies zu unterstützen, haben die Behörden neue Richtlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht.

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz hat einen detaillierten Leitfaden für die Bewertung von Solarparks vorgelegt. Darin wird ein Punktesystem von null bis fünf eingeführt, um verschiedene Teilbereiche einer Anlage zu klassifizieren. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet, ebenso wie die Flächen direkt unter den Solarmodulen.

Der Leitfaden legt zudem verbindliche Gestaltungsstandards für naturnahe Anlagen fest. Er empfiehlt Reihenabstände von mindestens fünf Metern und eine Mindesthöhe der Modultische von 0,8 Metern. Fundamentfreie Bauweisen werden gefördert, um die Umweltbelastung zu verringern. Allerdings werden die Flächen zwischen den Modulreihen je nach angestrebtem Biotop in der ökologischen Bilanz abgewertet.

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Kritik gibt es bereits jetzt. Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen hat die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung infrage gestellt. Einige zentrale Annahmen des Leitfadens werden von Branchenvertretern als übermäßig streng angesehen. Ziel der Behörde ist es, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu standardisieren und so eine einheitliche ökologische Bewertung zu gewährleisten.

Die neuen Richtlinien sollen den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Umweltschutz in Einklang bringen. Solarprojektierer müssen bei der Planung von Freiflächenanlagen nun strengere ökologische Kriterien erfüllen. Werden die Regeln wie vorgesehen umgesetzt, könnten sie maßgeblich beeinflussen, wie Nordrhein-Westfalen seine Solarausbauziele in den kommenden Jahrzehnten erreicht.

Quelle