17 March 2026, 16:09

NRW führt Zertifizierung für faires Wohnen gegen Slum-Vermieter ein

Plakat mit einem zweistöckigen Gebäude mit rotem Dach und weißen Wänden, begleitet von fettgedrucktem schwarzem Text, der "emprunt national 6% - rentes perpetuelles exemptes impot" auf einem hellblauen Hintergrund liest.

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW führt Zertifizierung für faires Wohnen gegen Slum-Vermieter ein

Nordrhein-Westfalen geht mit einem neuen Gesetz für faires Wohnen gegen Slum-Unterkünfte und ausbeuterische Mietpraktiken vor. Die Landesregierung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der sich gegen Vermieter richtet, die mit überbelegten, unsicheren Wohnungen überhöhte Mieten kassieren. Die Maßnahmen betreffen etwa 20 bis 25 Kommunen, darunter Duisburg, Gelsenkirchen und Krefeld, wo Wohnungsmissstände seit Langem ein strukturelles Problem darstellen.

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Das Gesetz führt strenge Regeln ein, um zu verhindern, dass Vermieter Arbeiter mit minderwertigen Wohnungen zu überteuerten Preisen ausbeuten. Ein zentrales Element ist die verpflichtende Zertifizierung für faires Wohnen, die Qualitätskontrollen für Mietobjekte in betroffenen Gebieten vorschreibt. Die Kommunen werden diese Prüfungen durchsetzen und sicherstellen, dass die Unterkünfte grundlegende Wohnstandards erfüllen.

Die Behörden erhalten erweiterte Eingriffsbefugnisse, darunter die Möglichkeit, Problemimmobilien unter Zwangsverwaltung zu stellen. In Extremfällen kann sogar enteignet werden – allerdings nur, wenn die Kommune zuvor versucht hat, das Grundstück zu einem angemessenen Preis zu erwerben, und plant, es für ordentlichen Wohnraum zu sanieren. Zudem wird die Grenze für genehmigungsfreie Kurzzeitvermietungen von 90 auf 56 Nächte pro Jahr gesenkt, um die Kontrolle über Ferienwohnungen zu verschärfen.

Um Sozialbetrug einzudämmen, sieht das Gesetz neue Meldepflichten und einen verbesserten Datenaustausch zwischen Behörden vor. Vermieter, die gegen die Vorschriften verstoßen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro rechnen. Das Land will damit Schlupflöcher schließen, die es Eigentümern ermöglichen, von unmenschlichen Wohnbedingungen zu profitieren, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Das Gesetz für faires Wohnen gilt für Städte wie Hagen, Herne und Velbert, in denen Wohnungsausbeutung besonders ausgeprägt ist. Durch Zertifizierungen, Kontrollen und schärfere Strafen will die Regierung die Lebensbedingungen verbessern und weitere Missstände verhindern. Das Gesetz soll nach seiner Verabschiedung in Kraft treten und den Kommunen neue Instrumente an die Hand geben, um gegen Slum-Wohnungen und unfaire Mietpraktiken vorzugehen.

Quelle