Niedersachsen fördert Pionierprojekt: Geothermie aus altem Gasbohrloch in Munster
Lukas HartmannNiedersachsen fördert Pionierprojekt: Geothermie aus altem Gasbohrloch in Munster
Niedersachsen hat 7,1 Millionen Euro für ein Tiefengeothermie-Projekt in Munster bewilligt. Damit fördert das Land erstmals eine solche Technologie. Das Vorhaben sieht vor, ein seit 15 Jahren stillgelegtes Erdgasbohrloch für das Projekt umzurüsten.
Ziel der Initiative ist es, 30 Prozent des regionalen Wärmebedarfs zu decken. Rund 5.000 Haushalte in Munster sollen so mit Fernwärme versorgt werden. Dabei wird heißes Thermalwasser gefördert, seine Energie genutzt und das abgekühlte Salzwasser anschließend wieder in den Untergrund zurückgeleitet, um es erneut zu verwenden.
Die Mittel fließen in die Vertiefung und Stabilisierung eines bestehenden Bohrlochs, das ursprünglich von ExxonMobil niedergebracht wurde. Dadurch sollen frühere geologische Daten überprüft werden. Langfristig plant das Projekt auch die nachhaltige Gewinnung von Lithium – ohne den umweltschädlichen Tagebau.
Die Landesregierung übernimmt 90 Prozent der Projektkosten. Das umgenutzte Bohrloch soll sowohl der geothermischen Wärmeversorgung als auch der möglichen Lithiumförderung dienen. Das Vorhaben könnte Schulbeispiel für künftige Energie- und Rohstoffprojekte in der Region werden.
